Bei Bombenexplosionen kamen unter anderem in den Unruheprovinzen Cauca und Valle del Cauca mehr als 20 Menschen ums Leben.
Paloma Valencia, Präsidentschaftskandidatin des rechtsgerichteten Demokratischen Zentrums, berichtet zudem über Morddrohungen. Bereits im vergangenen Jahr war Miguel Uribe, ein Kandidat der Partei, bei einer öffentlichen Veranstaltung erschossen worden. Auch der zurzeit in den Umfragen führende Linkskandidat Iván Cepeda berichtet über Attentatsdrohungen gegen ihn.
Am 31. Mai findet in Kolumbien der erste Durchgang der Präsidentschaftswahlen statt. Gesucht wird ein Nachfolger für Kolumbiens linken Präsidenten Gustavo Petro. Der hatte mit seinem Projekt "Paz total" (Totaler Frieden) versucht, das Land zu befrieden. Doch das Vorhaben ist gescheitert. Linke Guerillabanden und rechte Paramilitärs haben ihre Macht in den jeweiligen Territorien ausgebaut, die Kokainproduktion floriert.
Appell der Bischöfe
Die aktuellen Gewaltausbrüche gelten als Zeichen zunehmender Kämpfe zwischen rivalisierenden Banden und Kartellen um die Vorherrschaft im lukrativen Drogenhandel. Inmitten dieser Gemengelage veröffentlichte die Kolumbianische Bischofskonferenz nun einen eindringlichen Appell.
Die Gewalt sei durch nichts zu rechtfertigen, schrieben die Bischöfe. Jede bewaffnete Aktion gegen die Zivilbevölkerung sei "eine schwere Beleidigung Gottes und ein Bruch der moralischen und sozialen Ordnung".
Diejenigen, die gewalttätige Aktionen fördern oder ausführen, müssten "jeden Akt, der das Leben bedroht, unverzüglich einstellen", so die Forderung der Geistlichen. Ein Fortführen der Gewalt vertiefe das Leid und zerstöre das soziale Gefüge.