Kolumbiens Bischöfe fordern Ende der Gewalt nach Anschlagsserie

Vor den Präsidentschaftswahlen

Gut einen Monat vor den Präsidentschaftswahlen in Kolumbien hat eine Anschlagsserie das südamerikanische Land erschüttert. Nun wenden sich die katholischen Bischöfe mit einem Appell an die Urheber der Gewalt.

Kolumbien: Ein Soldat geht an einer zerstörten Polizeistation vorbei / © Santiago Saldarriaga/AP (dpa)
Kolumbien: Ein Soldat geht an einer zerstörten Polizeistation vorbei / © Santiago Saldarriaga/AP ( dpa )

Bei Bombenexplosionen kamen unter anderem in den Unruheprovinzen Cauca und Valle del Cauca mehr als 20 Menschen ums Leben.

Paloma Valencia, Präsidentschaftskandidatin des rechtsgerichteten Demokratischen Zentrums, berichtet zudem über Morddrohungen. Bereits im vergangenen Jahr war Miguel Uribe, ein Kandidat der Partei, bei einer öffentlichen Veranstaltung erschossen worden. Auch der zurzeit in den Umfragen führende Linkskandidat Iván Cepeda berichtet über Attentatsdrohungen gegen ihn.

Gustavo Petro / © Christoph Soeder (dpa)
Gustavo Petro / © Christoph Soeder ( dpa )

Am 31. Mai findet in Kolumbien der erste Durchgang der Präsidentschaftswahlen statt. Gesucht wird ein Nachfolger für Kolumbiens linken Präsidenten Gustavo Petro. Der hatte mit seinem Projekt "Paz total" (Totaler Frieden) versucht, das Land zu befrieden. Doch das Vorhaben ist gescheitert. Linke Guerillabanden und rechte Paramilitärs haben ihre Macht in den jeweiligen Territorien ausgebaut, die Kokainproduktion floriert.

Appell der Bischöfe

Die aktuellen Gewaltausbrüche gelten als Zeichen zunehmender Kämpfe zwischen rivalisierenden Banden und Kartellen um die Vorherrschaft im lukrativen Drogenhandel. Inmitten dieser Gemengelage veröffentlichte die Kolumbianische Bischofskonferenz nun einen eindringlichen Appell. 

Die Gewalt sei durch nichts zu rechtfertigen, schrieben die Bischöfe. Jede bewaffnete Aktion gegen die Zivilbevölkerung sei "eine schwere Beleidigung Gottes und ein Bruch der moralischen und sozialen Ordnung".

Diejenigen, die gewalttätige Aktionen fördern oder ausführen, müssten "jeden Akt, der das Leben bedroht, unverzüglich einstellen", so die Forderung der Geistlichen. Ein Fortführen der Gewalt vertiefe das Leid und zerstöre das soziale Gefüge.

Kolumbien

Kolumbien ist eine demokratische Republik im Nordwesten Südamerikas. Auf gut 1,1 Millionen Quadratkilometern - einer Fläche mehr als dreimal so groß wie Deutschland - leben rund 52 Millionen Menschen, mehr als zwei Drittel davon in Städten. Damit ist Kolumbien hinter Brasilien und Mexiko das drittbevölkerungsreichste Land Lateinamerikas.

Kolumbianische Flagge über einer Stadt in Kolumbien / © Diego Grandi (shutterstock)
Kolumbianische Flagge über einer Stadt in Kolumbien / © Diego Grandi ( shutterstock )
Quelle:
KNA