Kölner Oberbürgermeister verteidigt geplanten Eintritt für den Dom

"Eintritt für Touristen gerechtfertigt"

Der Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester stellt sich hinter die Pläne für Eintritt bei touristischen Besuchen des Kölner Doms. Denn der Erhalt des Bauwerks wird immer teurer. Den Unterhalt könne die Kirche nicht allein tragen.

Touristen im Kölner Dom / © Beatrice Tomasetti (DR)
Touristen im Kölner Dom / © Beatrice Tomasetti ( DR )

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester hält den geplanten Eintritt für den Kölner Dom für vertretbar. "Für touristisches Interesse ist ein Eintritt gerechtfertigt", sagte der SPD-Politiker dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Er sehe einen Zwiespalt zwischen der offenen Zugänglichkeit von Kirchen und den steigenden finanziellen Anforderungen an den Erhalt des Doms. Dieser sei als Weltkulturerbe von überragender Bedeutung, zugleich werde die Last für den Unterhalt immer größer. "Ich schlage deshalb vor, den Vorschlag des Dompropstes zum Ausgleich der Interessen abzuwarten", so Burmester.

Torsten Burmester (SPD), Kölner Oberbürgermeister / © Oliver Berg (dpa)
Torsten Burmester (SPD), Kölner Oberbürgermeister / © Oliver Berg ( dpa )

Das Domkapitel hatte Anfang März angekündigt, ab der zweiten Jahreshälfte Eintritt für touristische Besuche des Kölner Doms zu erheben. Für Gottesdienstbesucher und Betende soll der Zugang weiterhin frei bleiben. Ein konkretes Modell sowie die Höhe des Eintrittspreises stehen noch nicht fest.

Evangelische Kirche zeigt Verständnis für Pläne

Unterstützung für den Kurs kommt auch vom Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel. Ähnliche Entscheidungen habe auch die evangelische Kirche schon getroffen, sagte er dem "Stadt-Anzeiger".

"Unsere Kirchen erhalten wir für alle. Sie gehören nicht einfach uns, sondern haben Bedeutung als Hoffnungsorte für die gesamte Gesellschaft", erklärte Latzel. Die Baulast könne aber von den Kirchen nicht mehr allein getragen werden, auch wegen sinkender Kirchensteuereinnahmen. Deshalb müssten neue Finanzierungswege gefunden werden. "Ich bin froh, dass wir uns mit den Kommunen vielerorts einig sind: Es braucht die Kirchen als zentrale Sinn- und Seelenorte einer Stadt oder eines Stadtteils."

Hohe Kosten für Erhalt des Doms

Der Kölner Dom zählt mit rund sechs Millionen Besuchern jährlich zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Zugleich ist der Unterhalt des Bauwerks kostspielig: Nach Angaben der Dombauhütte fallen täglich mehr als 20.000 Euro für die Erhaltung an. Rücklagen, mit denen Defizite bislang ausgeglichen wurden, könnten in absehbarer Zeit aufgebraucht sein.

Quelle:
KNA