Pilgerexpertin warnt vor Betrügerei bei Eintrittspreisen für Kirchen

Vorsicht bei der Online-Buchung

Entlang vieler Pilgerwege müssen Besucher von Kathedralen mit Eintrittspreisen rechnen. Wer vor Ort nicht in bar bezahlt, dem rät Pilgerexpertin Beate Steger zur Vorsicht. Sie selbst ist schon in eine Falle getappt.

Autor/in:
Tim Helssen
Pilger und Touristen in Santiago de Compostela / © Rudi Ernst (shutterstock)
Pilger und Touristen in Santiago de Compostela / © Rudi Ernst ( shutterstock )

DOMRADIO.DE: Immer mehr Kathedralen verlangen Eintritt. Für den Kölner Dom ist dieser Schritt angekündigt. Wie sieht es entlang des Jakobsweges in Spanien diesbezüglich aus? 

Beate Steger (Pilgerexpertin und Autorin): Ich bin kürzlich auf der "Via Augusta" zwischen Cádiz und Sevilla gelaufen und auch da verlangen die Kathedralen Eintritt. Auf diesem Weg gab es beispielsweise auch keine Ermäßigung, selbst mit Pilgerausweis. Auf anderen Pilgerwegen kann das anders sein. 

Beate Steger

"Auf diesem Weg gab es beispielsweise auch keine Ermäßigung, selbst mit Pilgerausweis."

DOMRADIO.DE: Worauf muss man sich einstellen, wenn man das Ziel des Jakobswegs, Santiago de Compostela, erreicht hat?

Steger: Der Eintritt in die Kathedrale von Santiago de Compostela ist frei. Nur wenn man das Museum besuchen oder auf die Dächer der Kathedrale steigen möchte, dann kostet das extra.

Kathedrale des Heiligen Kreuzes über dem Wasser, auch bekannt als Kathedrale von Cádiz (Südspanien).
 / © Alexandre.ROSA (shutterstock)
Kathedrale des Heiligen Kreuzes über dem Wasser, auch bekannt als Kathedrale von Cádiz (Südspanien). / © Alexandre.ROSA ( shutterstock )

DOMRADIO.DE: Wird sich etwas verändern, wenn die großen Kathedralen in Europa nun zunehmend Eintritt verlangen? 

Steger: Ich glaube nicht, dass sich wahnsinnig viel verändern wird. Ich habe selber zum Beispiel in Cádiz oder Sevilla Eintritt bezahlt, weil ich nicht weiß, wie oft ich da noch hinkomme. Das sind ganz besondere Gebäude und auch heilige Orte, da möchte man schon reingehen. 

Beate Steger

"Das sind sehr besondere Gebäude und auch heilige Orte, da möchte man schon reingehen."

Man sollte den offiziellen Pilgerausweis von Spanien mit dabei haben, dann kann man eine Ermäßigung bekommen. Man muss außerdem aufpassen, dass man auf der richtigen Internetseite bucht, wenn man nicht direkt dort vor Ort bar bezahlt. Man kann dabei nämlich Betrügern auf den Leim gehen, die mitkassieren wollen. Dann ist es natürlich teurer, als es eigentlich wäre. 

In Sevilla ist mir das tatsächlich passiert. Da gab es einen QR-Code beim Haupteingang und den habe ich nicht genommen. Ich bin über Google gegangen und bin dadurch bei einem Reiseanbieter gelandet. Da kostete dann den doppelten Preis. 

Das Interview führte Tim Helssen.

Jakobsweg

Der Jakobsweg ist ein europaweites Netz von Straßen und Wegen. Seit dem neunten Jahrhundert führt er Pilger vom Baltikum über Polen, Deutschland, die Schweiz und schließlich Frankreich zum angeblichen Grab des Apostels Jakobus ins spanische Santiago de Compostela. Im Mittelalter erstreckten sich die Tagesetappen meist von einem "heiligen Ort", an dem Reliquien verehrt wurden, zum nächsten.

 © Sonja Geus (DR)
© Sonja Geus ( DR )
Quelle:
DR

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