DOMRADIO.DE: An diesem Donnerstag ist der Tag des Bieres und zufällig findet heute in der Dominikanerkirche St. Andreas in Köln das vorgezogene Patronatsfest für die Kölner Brauerbruderschaft St. Peter von Mailand von 1396 statt. Sie als geistlicher Begleiter dieser Bruderschaft feiern die Heilige Messe mit den Brauern und Brauerinnen. Mit wie vielen Bierbrauern rechnen Sie denn heute?
Pater Richard Nennstiel OP (Dominikanerpater und Pfarrvikar in Köln-Mitte): Ich rechne heute mit circa 30 Brauerinnen und Brauern. Heute wird auch der Chor Cäcilia Zündorf mit dabei sein. Das ist in gewisser Weise Tradition, dass die bei unserem Patrozinium singen und der Chor ebenfalls Leute mitbringt. Das ist immer eine schöne Feierlichkeit.
DOMRADIO.DE: Kommen in der Messe auch Hopfen und Malz vor?
Pater Richard: Wir haben extra die Brauerfahne hier und auf dieser Brauerfahne sind Hopfen und Malz abgebildet.
DOMRADIO.DE: Spielen auch die Sorgen und Nöte der Brauer heute Abend eine Rolle?
Pater Richard: Natürlich. Einmal nimmt der Bierkonsum ab und zweitens findet eine Zentralisierung von verschiedenen Brauereien statt, auf die wir als geistliche Gemeinschaft auch eingehen. Generell müssen wir auch die Sorgen der Brauerinnen und Brauer mittragen und mit ansprechen. Beispielsweise haben die Brauereien mit Rohstoffpreisen, mit Energiepreisen und mit Personalkosten zu kämpfen. Und wenn die Leute fragen, warum das Kölsch in der Brauerei so teuer ist, dann hat das natürlich auch damit zu tun. Das sprechen wir auch an.
DOMRADIO.DE: Was sagen Sie denn dann den Brauern in Ihrer Predigt?
Pater Richard: Man darf nicht den Kopf in den Sand stecken. Man muss jetzt schauen, wie man neue Wege gehen kann. Es gibt jetzt mittlerweile auch alkoholfreies Kölsch oder mit anderen Getränken gemischtes Kölsch. Man sollte nicht wehklagen, wie es früher war, sondern nach vorne schauen.
DOMRADIO.DE: Sie sind geistlicher Begleiter dieser Bruderschaft. Haben Sie auch einen regelmäßigen Kontakt?
Pater Richard: Einmal im Monat treffen wir uns. Da werden verschiedene Themen besprochen. Es ist ein wirklich spannendes Handwerk. Spannend ist zudem, dass eigentlich jedes Kölsch anders schmeckt. Es gibt in meinen Augen doch auch nichts Besseres als ein frisches Kölsch vom Fass, wenn es heiß ist. Nichts löscht den Durst besser.
Das Interview führte Heike Sicconi.