Kirchengemeinde unterstützt Musik-Initiative zur Einheit

"Deutschland singt und klingt"

Die Initiative "3. Oktober – Deutschland singt und klingt" lädt alle Generationen und Kulturen zum offenen Singen und Feiern in Städten und Dörfern ein. Eine Berliner Kirchengemeinde verbindet dies gar mit einem Fest der Religionen.

Symbolbild Gemeinsam Musik machen / © Mariia Korneeva (shutterstock)
Symbolbild Gemeinsam Musik machen / © Mariia Korneeva ( shutterstock )

DOMRADIO.DE: Wie groß ist Ihre Vorfreude ein paar Stunden vor dem Start? 

Heidi von Rüden (Engagiert sich im Netzwerk der Religionsgemeinden für die katholische Gemeinde St. Mathias in Berlin-Schöneberg): Meine Freude ist sehr groß. Das ist immer ein schöner Tag mit vielen Begegnungen. Es ist natürlich auch ein Kraftakt. Wir müssen sehr viel aufbauen und vorbereiten und so weiter. Aber wenn das Fest ganz nah bevorsteht, ist es immer sehr schön. Ich freue mich wirklich auf den Nachmittag. 

DOMRADIO.DE: Bei Ihnen beginnt um 16.00 Uhr das sogenannte Fest der Religionen. Als krönender Abschluss singen dann Chöre aus den verschiedenen Gemeinden bei "Deutschland singt und klingt" mit. Warum unterstützen Sie diese bundesweite Initiative? 

von Rüden: Wir sind ein Netzwerk von Religionsgemeinschaften im Schöneberger Norden und Tiergarten-Süd in Berlin und haben letztes Jahr zum ersten Mal bei dieser Initiative mitgemacht. Bei uns sind ganz verschiedene Gemeinden dabei - katholische, evangelische, syrisch-orthodoxe, Freikirche, American Church, Bahai und eine Moschee. Und wir haben auch in den letzten Jahren einmal im Jahr ein Fest der Religionen gefeiert.

Wir leben einfach gut miteinander und es ist uns ein großes Anliegen, diesen Frieden bei uns im Stadtteil zu bezeugen. Deshalb haben wir in diesem Jahr das Fest der Religionen der Initiative voran gesetzt, weil das Motto "Deutschland singt" sehr schön zusammenpasst. 

DOMRADIO.DE: Sie haben eben gesagt, in Ihrem Netzwerk sind ganz unterschiedliche Religionen versammelt. Was verbindet Sie heute an diesem Tag? 

Heidi von Rüden (engagiert sich im Netzwerk der Religionsgemeinden für die katholische Gemeinde St. Mathias in Berlin-Schöneberg)

"Es ist uns ein großes Anliegen, Frieden zu stiften und friedlich miteinander zu leben." 

von Rüden: Uns verbindet einmal das Thema, das uns das ganze Jahr über beschäftigt: das Thema Einsamkeit. Wir wollen einsame Menschen von der Straße holen, wir wollen Begegnungen für diese Menschen schaffen und zeigen, dass wir offen sind und allen Menschen zutrauen, aufeinander zuzugehen. Wir machen das Jahr über verschiedene Aktionen, um auf einsame Menschen zuzugehen. Es ist uns ein großes Anliegen, Frieden zu stiften und friedlich miteinander zu leben. 

DOMRADIO.DE: Haben Sie eine Vorstellung davon, wie viele gerade einsame Menschen Sie heute erreichen können? 

von Rüden: Im letzten Jahr waren etwa 300 Leute da und ich denke, dass von diesen 300 Leuten 200 Leute Laufpublikum waren. Wir stehen an einem großen Platz mitten im Berliner Stadtteil Schöneberg. Da kommen viele vorbei, auch viele, die sich angesprochen fühlen. Gerade das ist interessant, wenn Leute vorbeikommen, die vielleicht nicht viel mit Kirche zu tun haben oder zum Beispiel die Bahai nicht kennen und Fragen haben. Die haben dann die Gelegenheit, an den Ständen zu uns zu kommen, Fragen zu stellen, miteinander zu sprechen. 

DOMRADIO.DE: Später singen Chöre aus den verschiedenen Gemeinden. Es gibt bekannte Popsongs, Volkslieder, Spirituals. Auch die Nationalhymne wird gesungen. Was ist die Botschaft dieses Konzertes? 

Heidi von Rüden (engagiert sich im Netzwerk der Religionsgemeinden für die katholische Gemeinde St. Mathias in Berlin-Schöneberg)

"Es sind alle eingeladen, mitzusingen. Wir haben ganz viele Liederzettel und Liedtexte. Die Gemeinsamkeit steht im Vordergrund."

von Rüden: Dieses Konzept von "Deutschland singt" ist sehr gut ausgearbeitet. Das hat uns im letzten Jahr auch angesprochen. Es gibt Liederhefte mit bekannten Songs und es gibt die Möglichkeit, Musik herunterzuladen und im Hintergrund abzuspielen. Wir haben auch einen Chor. Wir werden dann singen; es sind aber alle eingeladen, mitzusingen. Wir haben ganz viele Liederzettel und Liedtexte. Die Gemeinsamkeit steht im Vordergrund.

Das Interview führte Carsten Döpp. 

Bundesweite Gesangsaktion zum Tag der Deutschen Einheit

Zum Tag der Deutschen Einheit soll es wieder eine bundesweite Gesangsaktion geben. Veranstalter ist die Initiative "3. Oktober - Deutschland singt und klingt". An mehr als 200 Orten soll im ganzen Land mit Kerzen, offenem Singen und Musizieren an die Friedliche Revolution und den Mauerfall erinnert werden, wie der Veranstalter mitteilte. Demnach setzt die Initiative unter dem diesjährigen Motto "Keine Gewalt!" auch ein Zeichen für Frieden in der Ukraine.

Zu Hause singen (shutterstock)

Quelle:
DR