Kirchen in Rumänien lehnen Freigabe von Prostitution ab

Gesetz blockiert

Die Kirchen in Rumänien haben sich gegen einen Gesetzentwurf zur Legalisierung von Prostitution ausgesprochen. Sie kritisieren, dass das Gesetz Frauen nicht schützt, Menschenhandel nicht eindämmt und die Ausbeutung normalisiert.

Symbolbild Prostitution / © Stephen Barnes (shutterstock)
Symbolbild Prostitution / © Stephen Barnes ( shutterstock )

Die Kirchen in Rumänien haben sich gegen ein geplantes Gesetz zur Legalisierung von Prostitution ausgesprochen.

"Wir lehnen die Verabschiedung dieses Gesetzesvorschlags entschieden ab, da er weder gefährdete Frauen schützt noch den Menschenhandel eindämmt, sondern im Gegenteil die Prostitutionsindustrie fördert und die Ausbeutung von Frauen normalisiert", erklärte das katholische Erzbistum Bukarest am Dienstagabend. Auch die rumänisch-orthodoxe Kirche kritisierte den Vorstoß; er laufe der Menschenwürde und der christlichen Lehre zuwider.

Menschenhandel bekämpfen

Wie rumänische Medien berichteten, hat der liberale Abgeordnete Ion Iordache einen Gesetzentwurf zur Legalisierung von Prostitution eingebracht. Damit solle eine Praxis freigegeben werden, die seit Jahren illegal stattfinde. Ziel sei nicht, Prostitution zu fördern, sondern die Gesellschaft zu schützen und Menschenhandel zu bekämpfen, so der Abgeordnete der PNL-Partei von Ministerpräsident Ilie Bolojan. Vorgesehen sind etwa Gesundheitskontrollen und Schutzzonen um Schulen, Parks und Kirchen.

Symbolbild Bordell / © Harald Oppitz (KNA)
Symbolbild Bordell / © Harald Oppitz ( KNA )

In den vergangenen Jahren waren Initiativen zur Legalisierung wiederholt gescheitert. Auch der neue Entwurf setze auf "falsche legislative Lösungen", meinen katholische Kirchenvertreter. Stattdessen seien die Behörden und die Gesellschaft zu einem Dialog aufgerufen, der betroffene Menschen und deren unveräußerliche Würde in den Mittelpunkt stelle.

Katholische Kirche in Rumänien

Trotz seiner kommunistischen Vergangenheit gilt Rumänien als eines der religiösesten Länder in der EU. Von den etwa 20 Millionen Einwohnern bekennen sich rund vier Fünftel zur rumänisch-orthodoxen Kirche. Nach Vatikanangaben leben in Rumänien rund anderthalb Millionen Katholiken.

Sie gliedern sich in die römisch-katholische und die mit Rom unierte griechisch-katholische Kirche. Letztere feiert die Messe nach dem byzantinischen Ritus statt nach dem lateinischen. Betreut werden die rumänischen Katholiken von etwa 1.900 Priestern.

Wallfahrtskirche Maria Radna in Rumänien (CC BY-SA 4.0)
Wallfahrtskirche Maria Radna in Rumänien / ( CC BY-SA 4.0 )
Quelle:
KNA