Die Kirchen in Rumänien haben sich gegen ein geplantes Gesetz zur Legalisierung von Prostitution ausgesprochen.
"Wir lehnen die Verabschiedung dieses Gesetzesvorschlags entschieden ab, da er weder gefährdete Frauen schützt noch den Menschenhandel eindämmt, sondern im Gegenteil die Prostitutionsindustrie fördert und die Ausbeutung von Frauen normalisiert", erklärte das katholische Erzbistum Bukarest am Dienstagabend. Auch die rumänisch-orthodoxe Kirche kritisierte den Vorstoß; er laufe der Menschenwürde und der christlichen Lehre zuwider.
Menschenhandel bekämpfen
Wie rumänische Medien berichteten, hat der liberale Abgeordnete Ion Iordache einen Gesetzentwurf zur Legalisierung von Prostitution eingebracht. Damit solle eine Praxis freigegeben werden, die seit Jahren illegal stattfinde. Ziel sei nicht, Prostitution zu fördern, sondern die Gesellschaft zu schützen und Menschenhandel zu bekämpfen, so der Abgeordnete der PNL-Partei von Ministerpräsident Ilie Bolojan. Vorgesehen sind etwa Gesundheitskontrollen und Schutzzonen um Schulen, Parks und Kirchen.
In den vergangenen Jahren waren Initiativen zur Legalisierung wiederholt gescheitert. Auch der neue Entwurf setze auf "falsche legislative Lösungen", meinen katholische Kirchenvertreter. Stattdessen seien die Behörden und die Gesellschaft zu einem Dialog aufgerufen, der betroffene Menschen und deren unveräußerliche Würde in den Mittelpunkt stelle.