Flutschäden an Kirchen in NRW können noch nicht beziffert werden

Kirchen, Friedhöfe und Kitas betroffen

Gut drei Wochen nach der Flutkatastrophe können Kirchenverantwortliche in Nordrhein-Westfalen die Schäden an Gotteshäusern und kirchlichen Einrichtungen noch nicht genau beziffern. Noch dauert die Bestandsaufnahme an.

Verwüstet ist der Friedhof mit der Trauerhalle nach dem Unwetter / © Marius Becker (dpa)
Verwüstet ist der Friedhof mit der Trauerhalle nach dem Unwetter / © Marius Becker ( dpa )

Das zeigt eine Umfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) unter katholischen Bistümern und evangelischen Landeskirchen von Freitag.

Über 250 Schäden in Bistümern Aachen und Köln Den Angaben aus den Pressestellen zufolge sind laut aktuellem Stand im Bistum Aachen etwa 57 Gebäude betroffen, darunter 21 Kirchen. Über den Fachbereich Versicherungen der Bistumsverwaltung können Gemeinden kurzfristig 10.000 Euro Nothilfe pro Gebäude abrufen, um ersteReparaturen oder Untersuchungen zu finanzieren. Das Erzbistum Köln meldete mehr als 200 Sachschäden, davon mehr als 40 Schäden an Kitas. Allein am Sankt-Angela-Gymnasium in Bad Münstereifel dürfte der Schaden bei mehr als 6 Millionen Euro liegen. Die Schule wird nach den Ferien im Distanzunterricht starten. Im Erzbistum Paderborn traf das Wasser mehrere Kirchen, Kapellen, Pfarrheime und Kitas erheblich. Im Gebiet der evangelischen westfälischen Landeskirche sind Keller von Kirchen und Gemeindehäusern voll gelaufen. Betroffen sind auch Kitas, einzelne Seniorenheime und die Evangelische Hochschule Bochum.

Rheinische Landeskirche reaktiviert Ruheständler Die rheinische Landeskirche verzeichnete deutlich mehr als ein halbes Dutzend schwer beschädigter Pfarrhäuser. In den betroffenen Kitas führen Bausachverständige unter anderem mikrobiologische und chemische Untersuchungen durch. "Sie müssen klären, was mit Bakterien und Verunreinigungen im Wasser ist", sagte Sprecher Jens Peter Iven.

Für die Bestandsaufnahme habe die Landeskirche auch rund 12 Pfarrerinnen und Pfarrer im Ruhestand beauftragt. Sie hätten in den vergangenen Tagen die betroffenen Gemeinden abgefahren, um Bedarfe aufzunehmen und Hilfen zu vermitteln. Dieses "Makler"-Projekt sei auf mehrere Jahre angelegt. "Der Bedarf, der jetzt da ist, wird ein anderer sein als in ein paar Monaten oder Jahren." Ruheständler sind laut Iven zudem angefragt, mittel- und langfristig in den betroffenen Gemeinden bei der Seelsorgearbeit zu helfen. Die rheinische Landeskirche, die Teile von Nordhrein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen umfasst, rechne einerseits mit einem steigenden Bedarf, andererseits müssten die Pfarrerinnen und Pfarrer vor Ort entlastet werden.

Probleme auf den Friedhöfen Evangelische Friedhöfe sind dem Sprecher zufolge nicht betroffen. Mehrere kommunale Friedhöfe seien jedoch geflutet worden. Auf dem Friedhof Ahrtor im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr räume immer noch tagsüber die Bundeswehr auf. Abends dürften Angehörige zu den Gräbern - sie würden dabei von Seelsorgenden begleitet.

Quelle:
KNA
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