Kirche lockt Sponsoren für Spanien-Besuch mit Papsttreffen

Geschätzte Reisekosten von 15 bis 30 Millionen Euro

Dass Papstreisen teuer sein können, wissen die spanischen Bischöfe gut. Für die Visite Leos XIV. im Juni gehen sie daher ungewöhnliche Wege. Die Kirche lockt großzügige Spender sogar mit einem persönlichen Treffen mit dem Papst.

Papst Leo XIV. steigt aus einem Flugzeug (Archivbild) / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. steigt aus einem Flugzeug (Archivbild) / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Um den Spanien-Besuch von Leo XIV. Anfang Juni finanziell stemmen zu können, rufen die dortigen Bischöfe zu Spenden auf. Besonders großzügige Spender lockt die Kirche sogar mit einem persönlichen Treffen mit dem Papst. 

Das Organisationskomitee hat Unternehmen, Stiftungen und vermögenden Privatpersonen zur Deckung der Kosten ein fünfstufiges Sponsoren-System zugesandt. Das Dossier, das der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt, unterteilt in "Großspender" und "Spender".

"Großspender", die zwischen 500.000 und eine Million Euro spenden, erhalten für ihren Beitrag reservierte Plätze bei den Großveranstaltungen der Reise, ein Arbeitstreffen im Vatikan sowie eine persönliche Begegnung mit dem Papst. Zudem werden ihre Firmen- oder Stiftungslogos auf den offiziellen Internetseiten der Papstreise erscheinen.

Steuerermäßigungen bis 80 Prozent

Hinzu kommen Steuervorteile: Gemäß dem spanischen Patronatsgesetz können die Ermäßigungen 40 bis 80 Prozent betragen. Spender, die mit 250.000 bis 500.000 Euro zuwenden, erhalten dieselben Vorteile; allerdings gibt es kein Privattreffen mit dem Papst. Sie können aber an einer Gruppenaudienz teilnehmen. "Neben kleineren Geldspenden freuen wir uns aber auch über Sachspenden und eine große Zahl freiwilliger Helfer", sagte ein Sprecher des Organisationskomitees der KNA.

Blick auf das Gebirge und die Benediktinerabtei Santa Maria de Montserrat am 14. Juli 2021 in Montserrat (Spanien) / © Manuel Meyer (KNA)
Blick auf das Gebirge und die Benediktinerabtei Santa Maria de Montserrat am 14. Juli 2021 in Montserrat (Spanien) / © Manuel Meyer ( KNA )
Ein Ziel auf der Spanienreise: Papst Leo wird das katalanische Kloster Montserrat besuchen.

Die geschätzten Kosten der Reise belaufen sich auf 15 bis 30 Millionen Euro. Um vor allem Großsponsoren zu gewinnen, lockt das Organisationskomitee mit einer globalen Werbefläche. Laut dem Dossier werden über 1,5 Millionen Besucher vor Ort erwartet. Weltweit werden voraussichtlich rund 500 Millionen Menschen die Reise von Leo XIV. live im Fernsehen verfolgen.

Assoziationen: Frieden und Solidarität

Hinzu kommt die Verbreitung und Sichtbarkeit der Unternehmen und Stiftungen in den Sozialen Medien. Diese würden dadurch auch mit Werten wie Frieden und Solidarität in Verbindung gebracht, so die Organisatoren.

Papst Leo XIV. beginnt seine Spanien-Reise vom 6. bis 9. Juni in der Hauptstadt Madrid. Danach geht es bis 11. Juni nach Barcelona, dann nach Gran Canaria (11. Juni) und Teneriffa (12. Juni).

Kirche in Spanien

Kirche in Spanien hat zwei Gesichter: Zum einen ist Spanien ein traditionell katholisches Königreich - etwa ab 380 war das Christentum im Römischen Reich endgültig Staatsreligion, also auch in der Provinz Hispanien - in dem die Osterprozessionen jedes Jahr tagelang inbrünstig und mit eindrucksvollen Kutten zelebriert werden; wo jede Stadt und Gemeinde einen eigenen Feiertag hat, der dem Stadtheiligen gewidmet ist und imposante Kathedralen zum Weltkulturerbe zählen; ein Land, in dem die katholische Vereinigung Opus Dei gegründet wurde und mit eigenen Universitäten und mächtigen Mitgliedern i

Eine spanische Flagge hängt an einer alten Kirche in Cáceres (shutterstock)
Eine spanische Flagge hängt an einer alten Kirche in Cáceres / ( shutterstock )
Quelle:
KNA