Papst Leo XIV. plant Besuch im katalanischen Kloster Montserrat

Reiseziel versehentlich veröffentlicht

Noch hat der Vatikan kein detailliertes Programm für die Spanien-Reise des Papstes im Juni veröffentlicht. Durch ein Versehen wurde aber schon ein Ort bekannt, den er sehen wird. Leo wird das katalanische Kloster Montserrat besuchen.

Kloster Montserrat / © Joan Vadell (shutterstock)

In Spanien sickern immer mehr Details zum bevorstehenden Papstbesuch durch. So wird Leo XIV. während seines Aufenthalts im Juni neben der weltberühmten Sagrada Família in Barcelona auch das symbolträchtige katalanische Kloster Montserrat besuchen.

Dies ließ ein Sprecher der Spanischen Bischofskonferenz während einer Pressekonferenz wissen, um sogleich zu bemerken, dass die Information noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war: "Ich gebe meinen Fehler zu, ich dachte, es wäre bereits bestätigt." Der Vatikan hat das offizielle Programm für die Reise vom 6. bis 12. Juni bis dato nicht veröffentlicht.

Ein Besuch des Papstes in der Benediktinerabtei Montserrat, die kürzlich ihr 1.000-jähriges Bestehen feierte, wäre in vielerlei Hinsicht bedeutend. Das Bergkloster rund 40 Kilometer nordwestlich von Barcelona ist ein in den Fels gehauenes Symbol für Nationalstolz und Unabhängigkeitsstreben ganz Kataloniens.

Wechselvolle Geschichte

1881 erklärte Papst Leo XIII. die Muttergottes von Montserrat zur Schutzpatronin der Region. Seit 1947 thront die Marienfigur in der Basilika, nachdem sie zum Schutz während der Napoleonischen Kriege (1808-1814) und des Spanischen Bürgerkriegs (1936-1939) immer wieder versteckt wurde. 

Sie ist der Grund, warum die Benediktiner auf 720 Metern Höhe in den Bergen ihr Kloster errichteten – und unter Einsatz ihres Lebens beschützten. 1936 wurden dabei mehrere Mönche von anarchistischen Soldaten getötet. Sie gelten heute als Märtyrer der katholischen Kirche.

Sitzungssaal mit Wandmalereien von Märtyrern aus dem Spanischen Bürgerkrieg, in der Benediktinerabtei Santa Maria de Montserrat am 4. September 2024 in Montserrat (Spanien) / © Manuel Meyer (KNA)
Sitzungssaal mit Wandmalereien von Märtyrern aus dem Spanischen Bürgerkrieg, in der Benediktinerabtei Santa Maria de Montserrat am 4. September 2024 in Montserrat (Spanien) / © Manuel Meyer ( KNA )

Auch während der Franco-Diktatur (1939-1975) spielte Montserrat eine wichtige Rolle. Franco unterdrückte sämtliche Autonomiebestrebungen Kataloniens und verbot die katalanische Sprache. Das Kloster bot in dieser Phase politisch Verfolgten Unterschlupf und widersetzte sich mit religiösen Schriften der Zensur.

Separatistische Kräfte

Bis heute versuchen separatistische Kräfte, die sich von Spanien lossagen wollen, das Kloster für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Auch aus der Abtei selbst hörte man in den vergangenen Jahren immer wieder entsprechende Stimmen. Inzwischen verfolgen die ansässigen Benediktiner einen gemäßigteren Kurs und wollen Montserrat zu einem "Ort des Dialogs" machen, um die Gesellschaft zusammenzubringen.

Kirche in Spanien

Kirche in Spanien hat zwei Gesichter: Zum einen ist Spanien ein traditionell katholisches Königreich - etwa ab 380 war das Christentum im Römischen Reich endgültig Staatsreligion, also auch in der Provinz Hispanien - in dem die Osterprozessionen jedes Jahr tagelang inbrünstig und mit eindrucksvollen Kutten zelebriert werden; wo jede Stadt und Gemeinde einen eigenen Feiertag hat, der dem Stadtheiligen gewidmet ist und imposante Kathedralen zum Weltkulturerbe zählen; ein Land, in dem die katholische Vereinigung Opus Dei gegründet wurde und mit eigenen Universitäten und mächtigen Mitgliedern i

Eine spanische Flagge hängt an einer alten Kirche in Cáceres (shutterstock)
Eine spanische Flagge hängt an einer alten Kirche in Cáceres / ( shutterstock )
Quelle:
KNA