Kinder fordern beim Katholikentag Nachrichten mit Hoffnung

Die perfekte Nachrichtenshow

Beim Katholikentag sprechen Kinder über Krieg, Armut und Ängste. Sie wünschen sich zugleich Hoffnung und verständliche Erklärungen. Beim Kinderpodium entwickeln sie ihre eigene Vorstellung einer guten Nachrichtensendung.

Autor/in:
Lisa Maria Plesker
Kinder schreiben beim 104. Katholikentag am 14. Mai 2026 in Würzburg / © Katharina Gebauer (KNA)
Kinder schreiben beim 104. Katholikentag am 14. Mai 2026 in Würzburg / © Katharina Gebauer ( KNA )

Zwischen Legokisten, Zirkusworkshops, Minecraft-Baustellen und Fußballfeldern: Kinder werden bei Katholikentagen schon lange mitbedacht. 

Doch in diesem Jahr werden sie bei zwei Kinderpodien explizit zum Mitdenken aufgefordert. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) war beim Start dabei.

Während die Erwachsenen langsam den großen Saal des Würzburger Congress Centrums füllen, sammeln sich die Kinder in einem kleineren Konferenzraum. Statt in langen Bankreihen nehmen sie an Gruppentischen Platz.

Erwachsene und Kinder auf der Bühne beim Podium "Was kann man Kindern zuMUTen?" beim 104. Katholikentag am 14. Mai 2026 in Würzburg / © Katharina Gebauer (KNA)
Erwachsene und Kinder auf der Bühne beim Podium "Was kann man Kindern zuMUTen?" beim 104. Katholikentag am 14. Mai 2026 in Würzburg / © Katharina Gebauer ( KNA )

Die Großen diskutieren mit Fernsehmoderator Willi Weitzel und Expertinnen für kindliche Entwicklung und Psychologie darüber, was man Kindern "in Zeiten von Krieg, Klimawandel und Rechtsextremismus" zumuten kann. Die "Kleinen" beschäftigen sich währenddessen mit einem ähnlichen Thema: "Wie sieht eure perfekte Nachrichtenshow aus?", fragen die Organisatorinnen vom Kindermissionswerk "Die Sternsinger".

Kinder über Krisen informieren

Nach einem Aufwärm- und Kennenlernspiel schauen sich die Kinder und Jugendlichen von 6 bis etwa 14 Jahren, auf dem Boden sitzend, zunächst einen Nachrichten-Zusammenschnitt über Armut, Krieg und Krisen auf der Welt an. Dann sind sie gefragt. "Welche Krisen gibt es?" Viele Finger schnellen in die Höhe: Kriege, Umweltprobleme, Armut, keine sichere Kindheit, Diskriminierung, Mobbing, Wassermangel, Gesundheitsprobleme, Extremismus, Missbrauch und Kinderarbeit.

Dann geht es darum, in welchen medialen Formaten sie sich informieren – und mit wem sie über schwierige Themen reden können. Das ist im großen Saal gerade auch Thema. Es könne nicht die Lösung sein, Kinder von schwierigen Informationen abzuschotten, lautet hier die Expertenmeinung. Man könne Kindern einiges zumuten, aber man dürfe sie damit nicht alleine lassen.

Einen sicheren Raum bieten

Erwachsene sollten Kindern einen sicheren Raum bieten, in dem sie sich mit aufwühlenden Informationen beschäftigen könnten, sagte die Würzburger Psychologin und Psychotherapeutin Andrea Reiter. Es brauche "einen sicheren Erwachsenen", der den Medienkonsum begleitet. 

Unbegleiteter Medienkonsum könne belastend sein. Entscheidend ist laut Reiter die Frage: "Haben die Kinder das Gefühl, da ist jemand, der das für mich einordnet, oder ist es etwas, das für sich alleine steht und womit ich alleine bin, was ich nicht kontrollieren kann?"

Kinder schreiben beim 104. Katholikentag am 14. Mai 2026 in Würzburg / © Katharina Gebauer (KNA)
Kinder schreiben beim 104. Katholikentag am 14. Mai 2026 in Würzburg / © Katharina Gebauer ( KNA )

Diese Kapazität haben Eltern nicht immer – berichtet der zehnjährige Jakob, als er zum Abschluss des Kinderpodiums beim Erwachsenenpodium darüber berichtet, was die Kids in der Zwischenzeit gemacht haben. Seine Eltern hätten viel mit der Arbeit zu tun und "haben nicht so viel Zeit, Nachrichten zu erklären" sagt er.

Auch wenn das wichtig wäre – wie die elfjährige Lotta bestätigt: Wenn sie doch irgendwo schlimme Bilder gesehen hat, die sie eigentlich gar nicht sehen wollte, "dann spreche ich darüber, damit das Bild nicht die ganze Zeit in meinem Kopf ist".

Die gute Nachricht

Zusammen mit den rund 50 anderen Kindern haben Jakob und Lotta in Kleingruppen eine "perfekte Nachrichtenshow" konzipiert. "Jugend (wird) informiert" soll sie heißen, und Nachrichten von Kindern für Kinder bieten. Sie soll Berichte über Krisen und Probleme bringen, aber auch andere Nachrichten zum Thema machen und darüber hinaus Kinderfragen beantworten.

Besonders wichtig war den Kindern, dass dabei keine schlimmen Bilder gezeigt werden. "Wir haben uns überlegt, dass es cool wäre, wenn Jugendliche das moderieren, so dass es für Kinder verständlich ist und dass Begriffe erklärt werden", berichten Jonna und Clemens (beide 8). 

Ella (14) stellt die wichtigste Neuerung vor: Am Ende der Sendung solle es eine gute Nachricht geben, "damit man ein bisschen Hoffnung hat": Sie soll zeigen, wie Kinder die Welt verändern, "damit das Kindern als Vorbild dienen kann". Im Saal gibt es spontanen Applaus.

Gute Nachrichten in den Fokus zu nehmen, erscheint auch den Erwachsenen wichtig. So ist man sich auf dem Podium einig: Positives zu betonen, um in schwierigen Zeiten Hoffnung zu machen, müsste mehr Raum bekommen. 

Die Erwachsenen auf dem Podium und im Saal sind sichtlich beeindruckt von den Ideen und Konzepten, die die Kinder in der Zwischenzeit erarbeitet haben. Und die Kinder hatten Spaß daran, inhaltlich gefordert zu sein. Ob sie nochmal an einem Kinderpodium teilnehmen würden? "Klar, das hat Spaß gemacht", meinen sie.

Zwischen Minecraft und Meditation: Kinderprogramm in Würzburg

Während Erwachsene beim Katholikentag eine Fülle von unterschiedlichen Programmangeboten vorfinden, ist auch für Kinder Einiges geboten. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) hat sich in Würzburg umgesehen.

Eine Teilnehmerin gestaltet ein Buntglasfenster für eine Kirche mit bunten Mosaiksteinen beim 104. Katholikentag am 15. Mai 2026 in Würzburg / © Harald Oppitz (KNA)
Eine Teilnehmerin gestaltet ein Buntglasfenster für eine Kirche mit bunten Mosaiksteinen beim 104. Katholikentag am 15. Mai 2026 in Würzburg / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA