kfd fordert Umbenennung von Räumen in Mainz

Nach Missbrauchsstudie

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands hat bei ihrer Bundesversammlung in Mainz das Bistum aufgefordert, mehrere Räume im Tagungszentrum Erbacher Hof umzubenennen. Es geht um drei frühere Mainzer Bischöfe.

Eindrücke der DOMRADIO.DE-Drohne über Mainz (DR)
Eindrücke der DOMRADIO.DE-Drohne über Mainz / ( DR )

Die Räume tragen weiterhin die Namen von Bischöfen und Kardinälen, die laut einer Studie nachweislich Missbrauchstaten vertuscht und Täter geschützt hätten, erklärte die Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Mechthild Heil, am Samstag. Die Mainzer Missbrauchsstudie habe belegt, so Heil, dass "Kardinal Karl Lehmann, Kardinal Hermann Volk und Bischof Albert Stohr große Schuld auf sich geladen haben. Daher appellieren wir an das Bistum Mainz, die Tagungsräume 'Kardinal Volk-Saal' und 'Bischof Stohr-Raum' umzubenennen und die Büste von Kardinal Volk im Innenhof zu entfernen".

"Nicht hinnehmbare Zumutung" 

In einem Appell an den aktuellen Mainzer Bischof Peter Kohlgraf heißt es weiter: "Vor dem Hintergrund der Missbrauchsstudie halten wir es für nicht länger hinnehmbar, dass die Tagungsräume diese Namen tragen. Das Arbeiten in Räumen mit diesen Namen ist insbesondere für von sexueller und spiritueller Gewalt betroffene Frauen (und Männer) eine nicht hinnehmbare Zumutung."

Schritte der Aufarbeitung 

Damit wolle die kfd ihr eigenes Versprechen einlösen, sich für von Missbrauch Betroffene einzusetzen und Missstände aufzudecken, hieß es weiter. Dazu gehöre auch die Frage nach einem angemessenen Umgang mit dem Erinnern an bislang angesehene und hochgeschätzte Persönlichkeiten.

Im Bistum Mainz war am 3. März eine von Rechtsanwälten unabhängig erarbeitete Studie zum Umgang mit Missbrauch und sexualisierter Gewalt veröffentlicht worden. Laut der Untersuchung müssen sich die früheren Mainzer Bischöfe Albert Stohr (1935-1961), Hermann Volk (1962-1982) und Karl Lehmann (1983-2016) schwere Versäumnisse anrechnen lassen. Die Verantwortlichen der Diözese kündigten weitere Schritte zur Aufarbeitung an.

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Ein Plakat der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) / © Julia Steinbrecht (KNA)
Ein Plakat der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
KNA