Kein muslimisches Freitagsgebet auf Jerusalemer Tempelberg

Aus Sicherheitsbedenken

Kein Freitagsgebet an heiliger Stelle. Mitten im Ramadan wird der Zugang zum Jerusalemer Tempelberg, dem Zentrum für alle drei monotheistischen Weltreligionen, untersagt. Begründet wird das mit Sicherheitsbedenken.

Archiv: Zwei muslimische Frauen während des heiligen muslimischen Monats Ramadan in der Nähe des Felsendoms auf dem Gelände der Al-Aksa-Moschee

 / © Mahmoud Illean (dpa)
Archiv: Zwei muslimische Frauen während des heiligen muslimischen Monats Ramadan in der Nähe des Felsendoms auf dem Gelände der Al-Aksa-Moschee / © Mahmoud Illean ( dpa )

Muslime werden am dritten Freitag des Fastenmonats Ramadan nicht ihre Gebetsstätten auf dem Tempelberg zum Mittagsgebet aufsuchen können. Zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit und zum Schutz der Bevölkerung blieben alle heiligen Stätten in der Altstadt von Jerusalem, einschließlich der Klagemauer, der Al-Aksa-Moschee und der Grabeskirche, am Freitag geschlossen, erklärte der Chef der israelischen Zivilverwaltung, Brigadegeneral Hisham Ibrahim, am Donnerstag. 

Israelische Polizisten stehen an einer Sicherheitsschranke außerhalb der Al-Aksa-Moschee in der Jerusalemer Altstadt / © Mahmoud Illean (dpa)
Israelische Polizisten stehen an einer Sicherheitsschranke außerhalb der Al-Aksa-Moschee in der Jerusalemer Altstadt / © Mahmoud Illean ( dpa )

Gläubigen und Besuchern aller Religionen werde der Zutritt nicht gestattet. An den beiden bisherigen Freitagen des Ramadans waren nach Angaben der zuständigen muslimischen Stiftung jeweils bis zu 100.000 Gläubige zum Mittagsgebet auf das Areal mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee gekommen. 

Dazu hatten auch 10.000 Muslime aus dem Westjordanland die Erlaubnis zur Fahrt nach Jerusalem erhalten. Auf dem 14 Hektar großen Areal stand früher der jüdische Tempel. Der erste Tempel, der auf König Salomon zurückging, wurde von den Babyloniern 587 vor Christus bei der Eroberung Jerusalems zerstört.

Der 70 Jahre später erbaute zweite Tempel wurde unter König Herodes (73–4 vor Christus) stark erweitert, im Jahre 70 nach Christus aber von den Römern zerstört. Vom jüdischen Tempel blieb die westliche Stützmauer, die "Klagemauer", die wichtigste Gebetsstätte des Judentums. Die Al-Aksa-Moschee hingegen gilt als eines der wichtigsten Gebetshäuser des Islam.

Quelle:
KNA