Das katholische Krankenhaus Groß-Sand in Hamburg wird zum 30. Juni endgültig geschlossen. Das hat der Verwaltungsrat der zuständigen Pfarrei Sankt Maximilian Kolbe beschlossen, wie das Erzbistum Hamburg am Mittwoch mitteilte.
Veränderte Rahmenbedingungen durch die Gesundheitsreform ließen einen wirtschaftlich tragfähigen Betrieb nicht mehr zu, hieß es zur Begründung. Die Klinik im Stadtteil Wilhelmsburg kämpft seit Jahren mit wirtschaftlichen Problemen. Versuche des Erzbistums, die Einrichtung zu verkaufen, waren in den vergangenen Jahren immer wieder gescheitert.
Schon 2025 waren die Notaufnahme und die chirurgische Abteilung des Krankenhauses geschlossen worden. Schon damals hatte das Erzbistum angekündigt, den Klinikbetrieb vollständig beenden zu wollen. Allerdings sollten einzelne Abteilungen an das katholische Marienkrankenhaus in Hamburg-Borgfelde verlegt und dort weitergeführt werden. Dazu kommt es nun zunächst offenbar nicht.
350 Beschäftigte betroffen
"Wir wissen, dass diese Entscheidung für viele Mitarbeitende mit großer Enttäuschung verbunden ist", erklärte der Verwaltungsdirektor des Erzbistums Hamburg, Alexander Becker. Die Entscheidung stehe ausdrücklich nicht in Zusammenhang mit der medizinischen und pflegerischen Qualität der Arbeit in Groß-Sand.
Derzeit sind laut Erzbistum noch rund 350 Mitarbeiter am Standort beschäftigt. Sie seien am Mittwoch über die Entscheidung informiert worden. Gemeinsam mit der Mitarbeitendenvertretung soll ein Sozialplan erarbeitet werden, um die Folgen der Schließung abzufedern.
Stadt will neue Klinik aufbauen
Zugleich soll der Standort Groß-Sand langfristig erhalten bleiben. Die Stadt Hamburg plant, Grundstück und Gebäude zu übernehmen und dort eine neue Stadtteilklinik aufzubauen. Das Erzbistum unterstützt nach eigenen Angaben diese Pläne. Allerdings seien die Verhandlungen über einen Verkauf des Geländes an die Stadt noch nicht abgeschlossen.
Neben dem Krankenhaus Groß-Sand betreibt das Erzbistum Hamburg noch das Marienkrankenhaus und das Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg-Rahlstedt. Das Marienkrankenhaus in Lübeck, das ebenfalls vom Erzbistum getragen wurde, war bereits 2023 geschlossen worden.