Katholischer Medienpreis in vier Kategorien verliehen

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Der Katholische Medienpreis ist am Mittwochabend in Berlin verliehen worden. Der Berliner Erzbischof Heiner Koch würdigte beim Festakt "unabhängige und verantwortungsvolle journalistische Stimmen", die zur Demokratie beitrügen.

Moderatorin Marie Kaiser beim Katholischen Medienpreis 2023 / © Maximilian von Lachner (DBK)
Moderatorin Marie Kaiser beim Katholischen Medienpreis 2023 / © Maximilian von Lachner ( DBK )
Erzbischof Heiner Koch beim Katholischen Medienpreis 2023 / © Maximilian von Lachner (DBK)
Erzbischof Heiner Koch beim Katholischen Medienpreis 2023 / © Maximilian von Lachner ( DBK )

"In Zeiten der Krisen und des Populismus sind auch in Deutschland Unabhängigkeit, Glaubwürdigkeit und die Akzeptanz der Medien aktiv zu pflegen", sagte der Berliner Erzbischof Heiner Koch. "Wir brauchen unabhängige und verantwortungsvolle journalistische Stimmen, durch die Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit auf der Welt befördert werden."

195 eingereichte Beiträge

Die Qualität der 195 eingereichten Beiträge für den diesjährigen Preis zeigten, so Koch, "dass die Medien in Deutschland vielfältig, qualitätsvoll, differenziert und menschendienlich sind". Die Deutsche Bischofskonferenz schreibt den Medienpreis gemeinsam mit der Gesellschaft Katholischer Publizistinnen und Publizisten (GKP) und dem Katholischen Medienverband aus. Er wird in den Kategorien Fernsehen, Print, Radio und Internet verliehen.

Gewinner bekommen 5000 Euro Preisgeld

Die Protagonistin der Reportage Marie will Alles, Jil Marie Zilske / © Maximilian von Lachner (DBK)
Die Protagonistin der Reportage Marie will Alles, Jil Marie Zilske / © Maximilian von Lachner ( DBK )

Der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis ging an das Autoren-Duo Christoph Goldbeck und Ilka aus der Mark in der Kategorie Fernsehen für "Marie will alles – Durchstarten mit Down-Syndrom". Erzbischof Koch sagte, die WDR-Serie, die ein Mädchen und seine Familie über 14 Jahren begleitete, schaffe es, "auf behutsame und eindrückliche Weise, eine Facette menschlichen Lebens darzustellen, über die viele von uns wahrscheinlich immer noch zu wenig wissen."

In der Kategorie Print wurde Moritz Aisslinger für seinen "Zeit"-Beitrag "Das Lager der Vergessenen" geehrt, der sich mit der Lebenssituation des Volks der Rohingya befasst. In der Laudatio hob MDR-Chefredakteurin Julia Krittian hervor: "Diese Recherche gehört zu jenen, die unserer Verantwortung als Journalisten besondere Rechnung tragen: hinschauen, wenn alle wegschauen. Unabhängig davon, wie laut jemand spricht, wie prominent er ist oder wie weit weg das Leid erscheint."

Katholischen Journalistenschule gewinnt mit Geburtspodcast

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Katholischen Journalistenschule ifp des Jahrgangs 2020 / © Maximilian von Lachner (DBK)
Die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Katholischen Journalistenschule ifp des Jahrgangs 2020 / © Maximilian von Lachner ( DBK )

In der Kategorie Internet ging der Preis an die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Jahrgangs 2020 der katholischen Journalistenschule ifp für ihr Abschlussprojekt "Unter anderen Umständen - Der Geburtspodcast für Zweifelnde". In seiner Laudatio sagte der Chefkorrespondent der Dumont-Gruppe und GKP-Vorsitzende, Joachim Frank: "Es geht dieser Generation ganz viel um Verantwortung. Aber – und das ist ein besonderer Vorzug dieses Podcasts: es wird überhaupt nicht moralisiert." Es sei ein berührendes Plädoyer für ein wertebasiertes Leben in Verantwortung, für ein Leben mit Kindern – auch und gerade mit allem möglichen Zweifel.

Den Preis in der Kategorie Radio erhielten Katja Paysen-Petersen, Eckhart Querner und Christian Wölfel für ihren BR-Podcast "Seelenfänger - Im Sog der Integrierten Gemeinde". Mit ihren Recherchen hätten sie "Mechanismen des Geistlichen Missbrauchs aufgedeckt", die über 50 Jahre wirksam gewesen seien, "ohne dass die Betroffenen sich eigenständig von ihnen befreien konnten und ohne dass seitens der Kirche jemand dagegen vorging", so die Jury.

Der undotierte Sonderpreis ging an Sophia Maier für den RTL-Beitrag "Ist unsere Demokratie in Gefahr?". In der Dokumentation geht es um den wachsenden Einfluss und die zunehmende Präsenz der rechten Szene in Deutschland und die Frage nach der Wut auf der Straße.

Katholischer Medienpreis

Die Deutsche Bischofskonferenz, gemeinsam mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten (GKP) und dem Katholischen Medienverband, vergibt seit 2003 jährlich den "Katholischen Medienpreis", der in der Nachfolge des seit 1974 verliehenen "Katholischen Journalistenpreises" steht. Der Preis soll Journalistinnen und Journalisten zu qualitäts- und werteorientiertem Journalismus motivieren.

Symbolbild Kirche und Medien / © Harald Oppitz (KNA)
Symbolbild Kirche und Medien / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA