Katholische Krankenhäuser zur Debatte um Notfallversorgung

Mit Bedacht ändern

Der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (KKVD) beklagt in der Debatte um die geplante Neuordnung der Notfallversorgung eine Vermischung von Begrifflichkeiten und Aufgaben.

Notfallambulanz im Krankenhaus / © Friso Gentsch (dpa)
Notfallambulanz im Krankenhaus / © Friso Gentsch ( dpa )

Bei der Frage der ambulanten und stationären Versorgung werde in der politischen Debatte viel durcheinandergebracht, sagte KKVD-Geschäftsführerin Bernadette Rümmelin in Berlin. Es sei daher sehr zu begrüßen, dass die Bundesregierung die Neuordnung nicht "im Eilverfahren" umsetzen wolle. Um wichtige Klinikstrukturen nicht nachhaltig zu schädigen, müsse die gesamte Notfallversorgung mit allen Unterbereichen betrachtet werden.

Extreme Belastung der Ambulanzen

Viele Patienten suchen die Notaufnahmen und nicht den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst auf, was zu einer extremen Belastung der Ambulanzen führt. Nach Einschätzung von Fachgesellschaften könnten ein Drittel der Patienten bedenkenlos im niedergelassenen Bereich behandelt werden, gehörten also nicht ins Krankenhaus. Der Katholische und der Evangelische Krankenhausverband fordern daher im aktuellen "CKiD.Polit-Journal" eine patientenorientierte Neuordnung der ambulanten sowie der stationären Notfallversorgung.

Die Verbände appellieren vor diesem Hintergrund an eine "kollegiale und sektorenübergreifende Zusammenarbeit" mit den Vertragsärzten. Sie warnen indes vor der angedachten Umsetzung eines Stufenkonzepts, das erprobte regionale Versorgungslösungen nicht berücksichtige. Mit dem Krankenhausstrukturgesetz war der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragt worden, ein gestuftes System von Notfallstrukturen in Krankenhäusern zu beschließen - als Grundlage für finanzielle Zu- und Abschläge.

Dilemma beim Vergütungssystem

Die Verbände verweisen auf das bestehende Dilemma des Vergütungssystems im ambulanten Notfallbereich. Den Kliniken entstünden aktuell Verluste von rund einer Milliarde Euro jährlich, pro Patient etwa 80 Euro. Um die Versorgung von Notfällen finanziell zu gewährleisten, müsse ein Extrabudget eingeführt werden - außerhalb der bestehenden Vergütung der Kassenärztlichen Vereinigung, sagte Rümmelin.

Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband und der Katholische Krankenhausverband Deutschlands vertreten mehr als 600 Krankenhäuser. Jedes dritte Allgemeinkrankenhaus wird in konfessioneller Trägerschaft geführt. Rund 265.000 Beschäftigte versorgen im Jahr über sechs Millionen Patienten.

Quelle:
KNA