Katholikentag in Erfurt 2024 wird anders ausfallen

"Auf jeden Fall kompakter"

Nach Planung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken soll der Katholikentag in Erfurt 2024 anders gestaltet werden, als das vergangene Treffen in Stuttgart. "Der Katholikentag wird auf jeden Fall kompakter sein."

 (dpa)

Er soll "mit weniger Bühnen und weniger Formaten" stattfinden, kündigte ZdK-Generalsekretär Marc Frings im Interview des Portals katholisch.de (Dienstag) an.

Marc Frings, Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken / © Harald Oppitz (KNA)
Marc Frings, Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken / © Harald Oppitz ( KNA )

Das ergebe sich auch aus den unterschiedlichen Voraussetzungen an den beiden Austragungsorten: "Wir werden in der Diaspora sein, in einer Stadt und einem Bundesland, in dem Christen eindeutig in der Minderheit sind. Wir werden aber auch in einem Bistum sein, das andere finanzielle Gegebenheiten aufweist", erklärte Frings.

Weltbischofssynode ist dann vorbei

Dennoch erhoffe er sich, dass das Treffen "bestimmte Prozesse massiv beschleunigen kann", sagte Frings. "Wir werden 2024 noch deutlicher sehen, was der Synodale Weg erreicht hat. Auch die Weltbischofssynode wird gelaufen sein. Wir werden für das kirchliche Leben in Deutschland eine klarere Standortbestimmung haben."

Die Herausforderung für kommende Katholikentage sei es, sowohl Katholiken die Chance der Vernetzung zu bieten, als auch sich als katholische Gemeinschaft der Öffentlichkeit zu präsentieren, so Frings. "Ein Katholikentag ist kein Fachkongress, sondern hat eine sehr breite Zielgruppe vor Augen."

Bitte um Feedback

Im Anschluss an den Katholikentag in Stuttgart hatte Frings über Twitter dazu aufgerufen, sich bei ihm mit einem Feedback zu der Veranstaltung zu melden. Die Rückmeldungen hätten ihm gezeigt, dass es gerade in der Anwerbung Versäumnisse gegeben habe, etwa auf die Möglichkeiten der Kinderbetreuung sowie das Programm für Kinder und Jugendliche hinzuweisen. "Ansonsten haben wir die Rückmeldungen bekommen, dass die Veranstaltungen etwa zur Kirchenkrise sehr gelungen waren. Das Interesse an diesen Themen rund um den Synodalen Weg war da und die Stimmung sehr konstruktiv", resümierte Frings.

Schlussgottesdienst und Abschied auf dem Katholikentag in Stuttgart / © Julia Steinbrecht (KNA)
Schlussgottesdienst und Abschied auf dem Katholikentag in Stuttgart / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Dass insgesamt weniger Persönlichkeiten, insbesondere aus der Politik, in Stuttgart angereist waren, führte Frings auch auf den Krieg in der Ukraine zurück. Dennoch müsse sich die Kirche "insgesamt mehr erklären als in früheren Jahren: Es ist keine Selbstverständlichkeit mehr, dass Parlamentarier selbst durch eine katholische Verbands- oder Ratserfahrung gegangen sind."

Zugleich rief Frings dazu auf, das Format des Treffens zu verteidigen. "Die Politik sollte ein großes Interesse daran haben, dass Kirchen- und Katholikentage weiterhin funktionieren, weil sie genau das anbieten, was viele Menschen vermissen: Begegnung, Gespräch und Gemeinschaft."

Katholikentage

Katholikentage sind Treffen, bei denen sich die Kirche mit ihren Verbänden und Institutionen über mehrere Tage öffentlich präsentiert. Sie finden in der Regel alle zwei Jahre in wechselnden Städten statt.

Bei Katholikentagen diskutieren zehntausende Christen über kirchliche und gesellschaftspolitische Themen und feiern Gottesdienste. Veranstalter ist das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK); Gastgeber ist die jeweilige Diözese des Austragungsortes.

Flyer und Becher mit Bleistiften des 102. Deutschen Katholikentags in Stuttgart / © Gerhard Baeuerle (epd)
Flyer und Becher mit Bleistiften des 102. Deutschen Katholikentags in Stuttgart / © Gerhard Baeuerle ( epd )
Quelle:
KNA