Patriarchalvikar P. Piotr Zelazko beschrieb dabei eine Seelsorge, die sich gegenwärtig unter außergewöhnlichem Druck vollzieht: Die Priester bleiben in ihren Gemeinden, trotz der Gefahren und Einschränkungen. Ihr Dienst geschieht in unmittelbarer Nähe zum Leben der Menschen: im Hören, im Dasein in Angst und Unsicherheit, in der Feier der Sakramente und in einer beständigen Verfügbarkeit für alle, die Unterstützung benötigen.
Glaube trägt im Ausnahmezustand
Mit Beginn der vierten Woche des Krieges spitzt sich die Situation weiter zu. Der Alltag ist von Alarmen, Unterbrechungen und anhaltender Anspannung geprägt. Gerade die Kinder werden durch die zunehmenden Angriffe in besonderer Weise belastet. Ein Priester kann derzeit nicht nach Israel zurückkehren, da der Flughafen in Tel Aviv faktisch geschlossen ist. Seine Abwesenheit hinterlässt eine spürbare Lücke im pastoralen Gefüge vor Ort.
Vor diesem Hintergrund wird Seelsorge zu einer Form von Gegenwart, die nicht organisiert werden kann, sondern gelebt wird: in Wohnungen, in Schutzräumen, in kurzen Begegnungen zwischen Sirenen, in Gesprächen, die oft jenseits geplanter Strukturen stattfinden. Diese Nähe und Verbundenheit trägt.
Kirche bleibt präsent in fragiler Lage
Kardinal Pizzaballa würdigte diesen Dienst als Ausdruck einer Kirche, die sich nicht zurückzieht, sondern bleibt, gerade dort, wo die Situation am fragilsten ist. In dieser Treue konkretisiert sich ihr Auftrag.
In dieser Situation wird zugleich der Auftrag der Kirche neu hörbar: das beharrliche Gebet für Frieden im Heiligen Land und im gesamten Nahen Osten.
Das St. James Vikariat ist Teil des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem und begleitet katholische Gemeinden hebräischer Sprache in Israel. Sein Auftrag besteht darin, die Gläubigen in ihrem Glauben zu stärken, Gemeinschaft zu fördern und in einem vielschichtigen gesellschaftlichen Kontext eine lebendige kirchliche Präsenz zu gewährleisten.