Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat Christinnen und Christen aufgerufen, angesichts der aktuellen Weltlage nicht zu resignieren. Das Volk Gottes sei aufgerufen, inmitten dieser Welt, die stark von Lüge, Unwahrhaftigkeit und Gewalt geprägt sei, Zeichen der Hoffnung zu setzen, sagte er am Sonntag beim Gottesdienst in der Münchner Pfarrkirche Sankt Johann Baptist. Gott lasse die Menschen nicht allein.
Krieg zerstört die Moral
"Wir leben in einer Welt, die nicht heil ist. Das war sie auch nicht - und wir leben nicht im Paradies. Aber wir leben in der Hoffnung", so der Kardinal. Es sei möglich, Frieden zu schaffen, Brücken zu bauen und Gräben zuzuschütten. "Es ist möglich, zueinander zu kommen, ohne dass der eine den anderen beherrscht und unterwirft. Darauf setzen wir."
Zugleich verurteilte Marx, dass Krieg aktuell ein scheinbar normales Mittel der Politik werde. Doch dieser sei das schlimmste Unglück, das auf Erden geschehen könne. Das habe ihm sein Vater, der insgesamt zwölf Jahre im Krieg und anschließend in russischer Gefangenschaft gewesen sei, immer deutlich gemacht. Krieg zerstöre die Moral, betonte der Kardinal. "Natürlich gibt es Freundschaften, Solidarität im Einzelnen, aber insgesamt ist der Krieg der große Zerstörer." Über Generationen sähe dieser Hass und Gewalt - bis in die Zukunft hinein. "Das werden wir erleben, das geschieht wieder."
Rettung allein durch Jesus Christus
Deshalb sei es wichtig, dass die Kirche weltweit die Hoffnung, dass Gott die Menschen nicht alleinlasse, weiter aufrechterhalte. Die Welt werde gerettet, aber nicht durch Gewalt, nicht durch Auftrumpfen, nicht durch Selbstgerechtigkeit und Lüge, sondern durch den Retter Jesus.