Kardinal Konrad Krajewski ist einer der bekanntesten und zugleich ungewöhnlichsten Kardinäle der katholischen Kirche. Medien bezeichneten den Polen als "Robin Hood des Vatikans".
Krajewski engagierte sich mit unkonventionellen Mitteln für Bedürftige. Er ließ im Auftrag von Papst Franziskus Duschen und einen Friseursalon für Obdachlose am Petersplatz errichten und verteilte selbst Essen und Hilfsgüter an Bedürftige.
2019 sorgte er in Rom für Aufsehen, als er illegal eigenhändig den Strom in einem besetzten Haus wieder anschloss. Nun versetzte ihn Papst Leo XIV. als Erzbischof in seine Heimat. Dort wird Krajewski künftig das Erzbistum Lódz leiten, eines der größten katholischen Bistümer Polens mit rund 1,3 Millionen Gläubigen und Sitz in seiner Geburtsstadt.
Krajewski wurde 1963 im polnischen Lodz geboren und 1988 zum Priester geweiht. Eigentlich war sein Spezialgebiet die Liturgie. Sein erstes Amt in Rom war Päpstlicher Zeremoniar. 2013 ernannte ihn Franziskus dann zum päpstlichen Almosenmeister, hinzu kam später der Titel "Präfekt des Caritas-Dikasteriums". Seit 2018 ist Krajewski Kardinal.
Im Vatikan kursierte seit längerem das Gerücht, dass Krajewski bei Hilfslieferungen in der Ukraine allzu hemdsärmelig vorgegangen sei und es manchmal an der notwendigen Dokumentation gemangelt habe. Bei öffentlichen Auftritten betonte der Kardinal wiederholt, dass man bei akuten Notlagen nicht lange fackeln dürfe, sondern unbürokratisch und rasch helfen müsse.
Kaffee mit dem Papst
Mehrere Anekdoten erinnern an das Verhältnis zwischen dem polnischen Kardinal und dem argentinischen Kirchenoberhaupt. So habe Franziskus vor seinen Reisen häufig noch einmal die Armen in der Nähe der Residenz Santa Marta sehen wollen, berichtete Krajewski.
Er sei dann mit einem Kleinbus um den Petersdom gefahren und habe gerade erst aufgewachte Obdachlose gefragt, ob sie einen Kaffee trinken wollten. Anschließend habe er sie zum Papst gebracht.
Krajewski erinnerte auch an schwer verständliche Briefe, die Franziskus an sein Almosenbüro geschickt habe - versehen mit der knappen Anmerkung: "Du weißt, was zu tun ist." Als er nachgefragt habe, was genau gemeint sei, habe der Papst geantwortet, alle Probleme nach dem Evangelium zu lösen.
Solche Episoden trugen mit dazu bei, dass Medien Krajewski immer wieder als "Robin Hood des Vatikans" bezeichneten - einen Kardinal, der Hilfe für Bedürftige auch mit ungewöhnlichen Mitteln organisierte.