Kardinal-Hengsbach-Platz in Essen heißt jetzt Friedensplatz

Alte Schilder kommen ins Museum

Die Stadt Essen hat als Reaktion auf Missbrauchsvorwürfe gegen den verstorbenen Kardinal Franz Hengsbach den nach ihm benannten Platz umbenannt. Der neue Name "Friedensplatz" soll einen Schritt der Aufarbeitung widerspiegeln.

Straßenschild am Kardinal-Hengsbach-Platz in Essen. Im Hintergrund die Anbetungskirche Sankt Johann am Essener Dom / © Andreas Oertzen (KNA)
Straßenschild am Kardinal-Hengsbach-Platz in Essen. Im Hintergrund die Anbetungskirche Sankt Johann am Essener Dom / © Andreas Oertzen ( KNA )

Nach Missbrauchsvorwürfen gegen den gestorbenen Kardinal Franz Hengsbach hat die Stadt Essen einen nach ihm benannten Platz am Dom umbenannt. Er heißt jetzt "Friedensplatz" und erhielt am Donnerstag seine neue Beschilderung, wie die Stadt Essen mitteilte. Die Schilder mit der Aufschrift "Kardinal-Hengsbach-Platz" seien entfernt worden und würden dem Ruhr Museum übergeben. Im Januar hatte der Essener Stadtrat die Umbenennung beschlossen.

Kardinal Franz Hengsbach, Bischof von Essen während der Soldatenwallfahrt nach Lourdes vom 12. bis 19. Juni 1975 (KNA)
Kardinal Franz Hengsbach, Bischof von Essen während der Soldatenwallfahrt nach Lourdes vom 12. bis 19. Juni 1975 / ( KNA )

Missbrauch in zwei Fällen 

Hengsbach (1910-1991) baute als erster Bischof das 1958 gegründete Bistum Essen auf und leitete es 33 Jahre lang. Dem katholischen Geistlichen wird bislang Missbrauch in zwei Fällen in den 1950er und 1960er Jahren vorgeworfen. Das Bistum Essen und das Erzbistum Paderborn, aus dem Hengsbach stammt, veröffentlichten im September vergangenen Jahres die Anschuldigungen. Sie stammen aus den Jahren 2022 und 2011.

Eine 2011 aufgestellte Statue des Kardinals am Essener Dom hat das Domkapitel schon kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe abmontieren lassen. Auch die Stadt Gladbeck hat ihren Kardinal-Hengsbach-Platz umbenannt.

Quelle:
KNA