Kapitelsamt am sechsten Sonntag im Jahreskreis

"Schwört überhaupt nicht"

DOMRADIO.DE überträgt das Kapitelsamt am sechsten Sonntag im Jahreskreis Dom mit Domkapitular Thomas Weitz. Die Männerstimmen des Domchores singen unter der Leitung von Valentin Bauer, an der Domorgel ist Matthias Wand.

Blick auf den Kölner Dom im Sommer / © shutterstock/trabantos (shutterstock)
Blick auf den Kölner Dom im Sommer / © shutterstock/trabantos ( shutterstock )

Zweimal im Jahr, am Sonntag vor Rosenmontag und zum ökumenischen Gottesdienst zur Eröffnung des Karnevalssession, wartet die Kölner Domorgel am Ende des Gottesdienstes mit einer Besonderheit auf: Mit dem Registerzug "Loss jonn" der Schwalbennestorgel im Langhaus öffnet sich unter dem Gehäuse eine Luke und der verstorbene Dompropst Bernhard Henrichs schaut mit Narrenkappe nach draußen, während auf der Orgel der Karnevalsschlager "Mer losse de Dom in Kölle" erklingt.

Spanung herrscht jedesmal, denn aufgrund des seltenen Einsatzes und der schwankenden Temperaturen im Dom funktioniert ab und zu dieses besondere Register nicht und die Figur fährt nicht aus der Orgel heraus.

Aufgrund des Karnevals entfällt das Musikalische Abendgebet im Kölner Dom um 17:30 Uhr und damit auch die Live-Übertragung bei DOMRADIO.DE.

Sonntagsevangelium nach Matthäus

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. Amen, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird kein Jota und kein Häkchen des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber  hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich. Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemanden tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein. 

Domkapitular Thomas Weitz / © Beatrice Tomasetti (DR)
Domkapitular Thomas Weitz / © Beatrice Tomasetti ( DR )

Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe! Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du  mit ihm noch auf dem Weg zu Gericht bist! Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast. Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann haus sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt.Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben. Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. 

Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs! Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst keine einziges Haar weiß oder schwarz machen.Eure Rede sei: Ja ja, nein nein; was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen. (Mt 5,17-37)

Auslegung zum Sonntagsevangelium von Peter Köster

"Meint nicht ...“ Mit diesen Worten spricht Mt die Gemeinde direkt an. Sie hatte den Bruch mit der Synagoge schmerzlich erfahren und stand nun außerhalb des Judentums. Diese Worte werden aus einer Situation verständlich, in der über die Verbindlichkeit der einzelnen Gebote diskutiert wurde. Mit der beginnenden Heidenmission kam es zu Spannungen zwischen gesetzestreuen Judenchristen und einer liberaleren hellenistischen Richtung. Die Tora, das „Gesetz“, d. h. die fünf Bücher Mose mit dem Dekalog in ihrer Mitte werden hier als Ausdruck des göttlichen Willens und die Propheten als ihre Ausleger verstanden. 

Der Bruch mit der Synagoge darf also auf keinen Fall als Bruch mit dem Erbe Israels gedeutet werden. Dann wäre die christliche Gemeinde wie ein Baum ohne Wurzeln. Während für die Rabbinen die Auslegung der Tora von den Propheten auf die Schriftgelehrten übergegangen ist, steht Jesus mit seiner Auslegung auf der Linie der Propheten und in deutlicher Abgrenzung zu den Schriftgelehrten. Das zeigt sich z. B., als er ihnen bei zwei Gelegenheiten (Mt 9, 13 und 12, 7) ein Wort aus dem Propheten Hosea entgegenhält: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“ (Hos 6, 6).

Peter Köster SJ (Theologe, geistlicher Lehrer, * 1936), aus: Ders., Das Matthäus-Evangelium. Eine geistliche Auslegung auf fachexegetischer Grundlage, 62, © EOS Verlag, St. Ottilien 2022

Fasching - Fastnacht - Karneval

Die "närrischen Tage" vor der am Aschermittwoch beginnenden Fastenzeit haben verschiedene Namen: Das meist in ursprünglich katholischen Gebieten veranstaltete Brauchtum heißt im Rheinland Karneval, in Mainz und Umgebung Fastnacht, im schwäbisch-alemannischen Gebiet Fasnet und im bayrisch-österreichischen Raum Fasching.

Bunt kostümiert nehmen Narren in Düsseldorf am Rosenmontagsumzug teil / © Federico Gambarini (dpa)
Bunt kostümiert nehmen Narren in Düsseldorf am Rosenmontagsumzug teil / © Federico Gambarini ( dpa )
Quelle:

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