Käßmann ruft Kirchen zu Vermittlungsbemühungen auf

Für Frieden im Russland-Ukraine-Konflikt

Angesichts der Kriegsgefahr zwischen Russland und der Ukraine ruft die Theologin Margot Käßmann die Kirchen dazu auf, zwischen den beiden Ländern zu vermitteln. Möglicher Ort für ein Krisentreffen könnte der Vatikan sein.

Soldat der russischen Armee während einer Übung  / © Uncredited/AP (dpa)
Soldat der russischen Armee während einer Übung / © Uncredited/AP ( dpa )
Margot Käßmann 2021 in Hannover / © Julian Stratenschulte (dpa)
Margot Käßmann 2021 in Hannover / © Julian Stratenschulte ( dpa )

"Jetzt sollte die Stunde der Kirchen schlagen! Sie haben Einfluss auf die politisch Handelnden", schreibt die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in einer Kolumne für die "Bild am Sonntag".

Zwar seien die orthodoxen Kirchen in der Ukraine zerstritten, und die russisch-orthodoxe Kirche sei "nicht gerade als Vermittlerin berühmt". Doch gebe es beim Thema Krieg und Frieden nichts zu deuteln. "Es geht um die eindeutige Botschaft Jesu: Frieden stiften, Feinde lieben!", schreibt Käßmann.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski habe erklärt, der Vatikan könnte ein optimaler Ort für ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sein, schreibt die ehemalige hannoversche Landesbischöfin und fügt hinzu: "Also los, worauf wartet ihr?"

Orthodoxe Kirchen in der Ukraine

Rund 70 Prozent der 45 Millionen Ukrainer bekennen sich zum orthodoxen Christentum. Sie gehören allerdings zwei verschiedenen Kirchen an: der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats und der autokephalen (eigenständigen) "Orthodoxen Kirche der Ukraine". Diese entstand Ende 2018 aus dem 1992 gegründeten Kiewer Patriarchat und der 1921 ins Leben gerufenen "Ukrainischen Autokephalen Orthodoxen Kirche".

Metropolit Epiphanius lässt weiße Tauben aufsteigen, nachdem die Unabhängigkeit der neuen ukrainischen Nationalkirche symbolisch vollzogen wurde / © Emrah Gurel (dpa)
Quelle:
epd
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