EU-Bischöfe mahnen zu Deeskalation im Ukraine-Konflikt

"Kreative Wege der Verhandlung"

Die Kommission der katholischen Bischöfe bei der EU hat sich besorgt über die wachsenden Spannungen im Ukraine-Konflikt geäußert und vor militärischen Schritten gewarnt.

USA und Europäer rufen Russland zur Deeskalation auf / © Uncredited/AP (dpa)
USA und Europäer rufen Russland zur Deeskalation auf / © Uncredited/AP ( dpa )
Kardinal Jean-Claude Hollerich / © Sven Becker (KNA)
Kardinal Jean-Claude Hollerich / © Sven Becker ( KNA )

Eine Eskalation der Worte und Taten setze den Frieden in ganz Europa und darüber hinaus aufs Spiel, mahnte der Kommissionsvorsitzende der COMECE, Kardinal Jean-Claude Hollerich, am Mittwoch in Brüssel.

Eine Militärinvasion und ein bewaffneter Konflikt hätten furchtbares menschliches Leid zur Folge und würden die über Generationen aufgebauten Errungenschaften von Frieden und Stabilität in Europa auf lange Zeit zunichte machen.

Deeskalation und Vertrauensbildung gefordert

Krieg sei stets eine Niederlage für die Menschheit, sagte Hollerich unter Bezug auf eine entsprechende Erklärung polnischer und ukrainischer Bischöfe. Er rief die beteiligten Seiten zu Deeskalation und Vertrauensbildung auf. Eine friedliche und dauerhafte Lösung müsse auf Dialog und internationalem Recht gründen. Statt Stärke zu demonstrieren und eine Rüstungsdynamik zu fördern, solle die Staatengemeinschaft einschließlich der EU "kreative Wege der Verhandlung" suchen, so Hollerich.

Die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE) pflegt seitens der katholischen Kirche den Dialog mit den EU-Institutionen.

EU-Bischofskommission COMECE

Seit dem Brexit leben in der Europäischen Union noch rund 265 Millionen Katholiken. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von knapp 60 Prozent. Die Bischofskonferenzen der verbliebenen 27 Mitgliedstaaten sind vertreten in der EU-Bischofskommission COMECE. Die Abkürzung steht für das lateinische "Commissio Episcopatum Communitatis Europensis".

Eingangsschild am Sitz der COMECE in Brüssel / © Julia Steinbrecht (KNA)
Quelle:
KNA