Israels Staatspräsident wird im Vatikan erwartet

Was ist zu erwarten?

In Israel und im Gaza-Streifen ist in den vergangen Tagen die Gewalt eskaliert. Auf beiden Seiten schlugen Raketen ein. Nun besucht Israels Staatspräsident Reuven Rivlin am Donnerstag den Papst. Was ist von der Unterredung zu erwarten?

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin / © Andrea Krogmann (KNA)
Israels Staatspräsident Reuven Rivlin / © Andrea Krogmann ( KNA )

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin wird am Donnerstag zu einer offiziellen Visite im Vatikan erwartet. Rivlin besuche Papst Franziskus als "echten Freund des Staates Israel und des jüdischen Volks", teilte der Sprecher des Präsidenten am Mittwoch in Jerusalem mit. Bei dem Treffen solle es um die Notwendigkeit eines Dialogs im Nahen Osten und um die Wahrung der Religionsfreiheit für die verschiedenen Glaubensrichtungen gehen. Rivlin erklärte über seinen Sprecher weiter, er erwarte einen "wichtigen Schritt" zu einer engeren Zusammenarbeit und eine Festigung der Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Israel.

Israels Präsident wird am Vormittag von Franziskus zu einem Gespräch unter vier Augen empfangen. Üblicherweise findet anschließend auch eine Unterredung mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin statt. Es wird damit gerechnet, dass in den Begegnungen auch die Frage des Status von Jerusalem zur Sprache kommt. Rivlin war schon einmal im September 2015 im Vatikan zu Gast. Im Anschluss an den Besuch beim Papst wird Rivlin von Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella empfangen.

Seit 1994 diplomatische Beziehungen

Der Vatikan und Israel unterhalten seit 1994 volle diplomatische Beziehungen. Ein erster Grundlagenvertrag zwischen beiden Seiten wurde vor 25 Jahren, im Dezember 1993, unterzeichnet, eine weitergehende Rechtsvereinbarung vier Jahre später. Weiterhin strittig sind allerdings der besitz- und steuerrechtliche Status religiöser Stätten und gemeinnütziger katholischer Einrichtungen.

Seit Bestehen voller diplomatischer Beziehungen besuchten alle Päpste bei Nahost-Reisen auch Israel. Einen besonders engen Kontakt hatten Benedikt XVI. (2005-2013) und Franziskus mit Rivlins Amtsvorgänger Schimon Peres. Dieser reiste noch kurz vor Ablauf seiner Amtszeit 2014 gemeinsam mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zu einem Friedensgebet in den Vatikan.

Quelle:
KNA