Das internationale katholische Hilfswerk "Kirche in Not" hat die Gewalt gegen den Libanon scharf verurteilt und zum Schutz der Zivilbevölkerung aufgerufen. Die erneuten militärischen Auseinandersetzungen im Grenzgebiet zu Israel hätten Berichten zufolge viele Opfer gefordert, die Infrastruktur beschädigt und Menschen zur Flucht gezwungen.
Der Geschäftsführer von "Kirche in Not" Deutschland, Florian Ripka, zeigte sich laut einer Pressemitteilung vom Donnerstag tief besorgt über die Entwicklung: "Die Menschen im Süden Libanons erleben erneut, dass ihr Alltag von Gewalt und Angst bestimmt wird. Es ist nicht hinnehmbar, dass Zivilisten – darunter viele christliche Familien – zwischen die Fronten geraten."
Die christlichen Gemeinden in der Region gehörten ohnehin zu den besonders verletzlichen Gruppen, erinnerte Ripka: "Viele Christen leben in kleinen Dörfern nahe der Grenze. Sie haben oft weder die Mittel noch die Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen. Jeder neue Angriff verschärft die Unsicherheit und treibt weitere Familien zur Auswanderung."
Fragiles Gleichgewicht gefährdet
Der Geschäftsführer forderte die internationale Gemeinschaft auf, sich verstärkt für eine Deeskalation und den Schutz der Bevölkerung einzusetzen: "Der Schutz von Zivilisten muss oberste Priorität haben. Gewalt darf niemals als Mittel der Politik akzeptiert werden. Wer Libanon weiter destabilisiert, gefährdet das fragile Gleichgewicht eines ganzen Landes."
Zugleich warnte Ripka vor den langfristigen Folgen der anhaltenden Gewalt. Wenn sich die Sicherheitslage weiter verschlechtere, drohe erneut ein Exodus der Christen. Damit verschwände nicht nur eine religiöse Minderheit, sondern auch ein wesentlicher Bestandteil der kulturellen und gesellschaftlichen Vielfalt des Landes.