Das Bistum Hildesheim braucht einen neuen Bischof. Am Donnerstag wurde die Ernennung von Bischof Heiner Wilmer zum neuen Bischof von Münster bekanntgegeben. Der 64-Jährige stand seit September 2018 an der Spitze des Bistums Hildesheim. Der Verwaltungschef des Bistums, Generalvikar Martin Wilk, erklärte, für das Bistum gehe mit Wilmers Weggang eine prägende Wegstrecke zu Ende: "In den vergangenen Jahren hat er unser Bistum in herausfordernden Zeiten mit Klarheit, geistlicher Orientierung und großer Verantwortung begleitet. Dafür sind wir ihm von Herzen dankbar."
Wilmers Amtseinführung in Münster ist für den 28. Juni geplant. Bis dahin bleibt er Bischof von Hildesheim. Nach seinem Wechsel beginnt im Bistum die Zeit der "Sedisvakanz". Der lateinische Begriff deutet auf den leeren Bischofsstuhl hin. Bis der wieder besetzt ist, könnte es ein gutes Jahr dauern.
"Hildesheim liegt mir am Herzen"
Bei seiner ersten Ansprache im Münsteraner Dom dankte Wilmer sichtlich bewegt den Menschen im Bistum Hildesheim: "Heute ist für mich auch ein Tag mit einer gewissen inneren Schwere. Hildesheim liegt mir am Herzen. Die Menschen im östlichen Teil Niedersachsens sind mir nahe und vertraut geworden." Es falle ihm nicht leicht, "all die mir liebgewordenen Menschen zurückzulassen".
Weihbischof Martin Marahrens erklärte: "Bischof Heiner Wilmer hat unserem Bistum wichtige Impulse gegeben und vieles angestoßen. Besonders wertvoll war dabei seine unkomplizierte Nähe zu den Menschen, gerade auch zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen." Wilmer war erst vor einem Monat zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. In Münster folgt er nun auf Felix Genn, der im März 2025 altersbedingt zurückgetreten war.
Im Bistum Münster steht Wilmer künftig an der Spitze von rund 1,59 Millionen Katholiken. Es ist das mitgliederstärkste deutsche Bistum. Im Bistum Hildesheim leben knapp 500.000 Menschen, die der katholischen Kirche angehören.