Nach einer langjährigen Rekonstruktionsphase ist das bedeutende Helenafenster in den Kölner Dom zurückgekehrt und durch Dompropst Monsignore Guido Assmann im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes gesegnet worden. Das rund 17 Meter hohe und 6,5 Meter breite Kunstwerk ist damit ab sofort wieder für die breite Öffentlichkeit sichtbar.
Das Fenster ist ein zentraler Bestandteil des sogenannten Welterzyklus, der im 19. Jahrhundert zur Vollendung des Doms für den Obergaden des Querhausarms und des Langhauses geschaffen wurde. Nachdem große Teile dieses Zyklus' im Zweiten Weltkrieg zerstört worden waren, begann im Jahr 2003 die schrittweise Rekonstruktion der Fensterabfolge, die mit der Rückkehr des Helenafensters nun einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht hat.
Im Fenster verewigt
Inhaltlich zeigt das Fenster im unteren Drittel die vier überlebensgroßen Heiligen Helena, Monika, Elisabeth und Mathilde, die auf Sockeln stehen und von Architekturbaldachinen bekrönt werden.
Namensgebend ist die heilige Helena, der die Auffindung der Reliquien der Heiligen Drei Könige zugeschrieben wird. "Insofern ist das für den Kölner Dom, wo die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden, auch ein ganz besonderes Fenster", so der Kölner Dombaumeister Peter Füssenich. Den unteren Abschluss bildet eine neu gestaltete Wappenzeile, die mit Darstellungen von Alant, Angelika und Pomeranze gezielt Heilpflanzen der Stifter aufgreift.
Dombaumeister Füssenich dankt gegenüber DOMRADIO.DE der großzügigen Stiftung, die über den Zentraldombauverein von der Klosterfrau HealthCare Group an den Dom gekommen ist. Anlässlich ihres 200-jährigen Firmenjubiläums hat die Klosterfrau HealthCare Group die Rekonstruktion des Fensters gestiftet. "Und die Stifterinnen und Stifter werden auch immer im Fenster verewigt. Wir tun das in der sogenannten Stifterzeile unterhalb der Figuren. Und dort sieht man auch das sehr weltberühmte Zeichen der Firma Klosterfrau, nämlich die drei Ordensschwestern, die im ehemaligen Logo dort untergebracht waren."
Technische Umsetzung
Die symbolische Verbindung zwischen der historischen Heiligen Helena und der modernen Unternehmensgeschichte betont auch Stefan Koch, CEO der Klosterfrau HealthCare Group. Er zieht eine Parallele zwischen der Stärke der biblischen Figuren und dem Mut der Firmengründerin Maria Clementine Martin: "Ich glaube, dass die Geschichte von Klosterfrau, gegründet von einer Frau, ein Start-up vor 200 Jahren, ein unfassbares Zeichen gerade in der heutigen Zeit ist. Man sieht auch, dass sich Maria Clementine gegen die Widrigkeiten durchgesetzt hat. Und so weit haben wir natürlich schon eine Verbindung zu Helena. Das ist richtig, die sicherlich auch eine starke Frau war. Aber es sind dann doch andere Zeiten gewesen. Aber ich würde gerne alle Frauen ermutigen, die Geschichte von Maria Clementine zu nutzen und zu sehen, was man auch in schwierigen Zeiten erreichen kann. Es ist eine tolle Geschichte."
Eine Besonderheit dieses Projekts lag in der technischen Umsetzung: Erstmals mussten neben Ornamenten und Maßwerk auch die Figurendarstellungen vollständig neu erarbeitet werden. Die Glasmalerinnen der Dombauhütte nutzten hierfür historische Entwürfe aus dem Dombauarchiv und übertrugen diese in aufwendiger Detailarbeit in maßstabsgerechte Kartons. Dabei verband die Dombauhütte traditionelle Handwerkstechniken mit modernen digitalen Verfahren, wie etwa der CAD-Technologie zur Erstellung von Aufrissen.