Koch erneuert Weihe des Erzbistums Berlin

Glaube an guten Gott

​Anlässlich der Corona-Krise hat das Erzbistum Berlin eine alte katholische Tradition wieder aufgenommen: Am Fest Mariä Himmelfahrt weihte Erzbischof Heiner Koch bei einem Festgottesdienst in Berlin das Erzbistum "den Heiligsten Herzen Jesu und Mariä".

Erzbischof Heiner Koch / © Christoph Busse (KNA)
Erzbischof Heiner Koch / © Christoph Busse ( KNA )

Dies sei Ausdruck des Glaubens, "dass es einen guten Gott gibt, der für jeden Menschen in seiner konkreten Situation ein Herz hat und zu ihm steht in Glück und Leid, in Hoffnung und Schuld, in Not und Tod", erklärte Koch in seiner Predigt.

Lange Tradition

Die Weihe stehe auch in einer Tradition des vor 90 Jahren gegründeten Bistums Berlin, das 1994 zum Erzbistum erhoben wurde, betonte der Erzbischof. Er berief sich auf den ersten katholischen Berliner Bischof Christian Schreiber, der eine solche Weihe während der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren geplant hatte, dann aber vor der Umsetzung starb. Bischof Nikolaus Bares nahm sie dann 1934 vor, Bischof Konrad von Preysing erneut 1944 und 1948.

Die Weihe schließe die Bereitschaft ein, "die Welt und ihre Geschichte zu gestalten und zu prägen", sagte Koch. Die Kirche dürfe nicht zu einem Selbstzweck werden, der sich nur um sich selbst sorge. "Wir sind heute und in Zukunft Kirche für alle Menschen und die ganze Gesellschaft", so der Erzbischof, "ob sie unseren Glauben teilen oder nicht, in welcher Lebenssituation auch immer sie stehen, worauf immer sie bauen und hoffen".

Häufig in Ausnahmesituationen praktiziert

Eine solche Weihe ist eine Frömmigkeitsform der katholischen Kirche. Dabei werden Einzelpersonen, Gruppen, Kirchen, Klöster, Bistümer oder Nationen der Fürbitte Jesu und der Gottesmutter Maria und ihrem besonderen Schutz anvertraut. Die Weihe wird häufig, aber nicht nur in Ausnahmesituationen praktiziert. Unter dem Eindruck der Corona-Pandemie gab es sie bereits in den Bistümern Augsburg und Passau.

Quelle:
KNA
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