Gesten des Entgegenkommens vor Papstreise

Papstfrei in Abu Dhabi

Wer am Dienstag in Abu Dhabi an der Papstmesse teilnimmt, bekommt arbeitsfrei. Darauf haben sich die zuständigen Behörden geeinigt. Der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate lobte die Reise derweil als "Symbol für Toleranz".

Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten / © Kamran Jebreili (dpa)
Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten / © Kamran Jebreili ( dpa )

Der Vatikan hat über weitere Details der am Sonntag beginnenden Reise von Papst Franziskus in die Vereinigten Arabischen Emirate informiert. Demnach haben die Behörden des Landes den kommenden Dienstag für die Teilnehmer der ersten Papstmesse auf der Arabischen Halbinsel zum Feiertag erklärt. Auf diese Weise könnten die Gläubigen, allesamt Arbeitsmigranten aus dem asiatischen Raum, besser an der Messe teilnehmen, so der kommisarische Vatikansprecher Alessandro Gisotti am Freitag vor Journalisten.

Für die Messe im Zayed-Sports-City-Stadion am Dienstag, dem letzten Tag der Reise, seien bisher rund 135.000 Einlasskarten vergeben, so Gisotti. Das größte Stadion der Emirate fasst 40.000 Besucher, die restlichen Gläubigen sollen die Papstmesse über Großbildschirme und Simultanübersetzung auf dem Gelände vor der Arena verfolgen. Geplant sei auch die Anwesenheit muslimischer Gäste beim Gottesdienst, so Gisotti.

Emirate-Botschafter: Papstbesuch ist Symbol für Toleranz

Der bevorstehende Papstbesuch in Abu Dhabi ist nach den Worten von Ali Abdulla Al Ahmed, Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate in Berlin, ein "Symbol für Toleranz". Das geplante Treffen zwischen Franziskus und dem Großimam der ägyptischen Al-Azhar-Moschee, Ahmad al-Tayyeb, bezeichnete der Diplomat im Interview der Deutschen Welle (Freitag) als "große Chance" in einer Zeit der Missdeutungen.

Religion basiere auf Barmherzigkeit, Toleranz und gegenseitiger Akzeptanz. Die päpstliche Visite werde dazu beitragen, dies zu verdeutlichen. "Wir senden eine Botschaft von Frieden und Koexistenz", so der Botschafter. In den VAE sei religiöser Pluralismus inzwischen sehr verbreitet. "Heute gibt es mehr als 70 Kirchen, Tempel und auch eine Synagoge in den Emiraten." Diese Vielfalt müsse einfach praktiziert werden.

Reise im Zeichen des Dialogs mit dem Islam

Die erste Reise eines Papstes auf die Arabische Halbinsel solle ganz auf den interreligiösen Dialog konzentriert sein. Deswegen gebe es keine anderen politischen Ansprachen des Papstes oder der Gastgeber.

Anlass des Besuches ist eine zweitägige internationale Konferenz über "Menschliche Geschwisterlichkeit", zu deren Abschluss am Montagabend der Papst sowie Großscheich Ahmad al-Tayyeb von der Kairoer Al-Azhar-Universität sprechen. Organisiert wird die Konferenz mit rund 700 Teilnehmern, darunter etlichen politischen Führern der Region, vom "Muslim Council of Elders", einer Gruppe islamischer Ältester und Gelehrter mit Sitz in Abu Dhabi.

Ob Papst Franziskus in einer Ansprache auch auf den Krieg im Jemen, an dem auch die Emirate beteiligt sind, eingehen wird, ist nach Aussage des kommisarischen Vatikansprechers unsicher. Zuletzt hatte Franziskus in seiner Weihnachtsansprache zum Segen "Urbi et orbi" ein Ende der Gewalt und des Leides im Jemen gefordert. Die Haltung des Papstes in dieser Frage sei klar und bekannt, so Gisotti. Seit Mitte Januar gibt es im Jemen einen brüchigen Waffenstillstand; dennoch herrscht in dem Land nach Angaben der UNO die derzeit schlimmste humanitäre Krise weltweit.

Quelle:
KNA
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