Georgiens orthodoxe Bischöfe boykottieren Papstbesuch

Keine orthodoxe Delegation

Papst Franziskus besucht am Wochenende die katholische Minderheit in Georgien. Von Seiten der orthodoxen Christen wird der Besuch kritisch gesehen.

orthodoxe Christen boykottieren Franziskus / © Paul Haring (KNA)
orthodoxe Christen boykottieren Franziskus / © Paul Haring ( KNA )

Offizielle Vertreter der georgisch-orthodoxen Kirche sind der Papstmesse am Samstag in Tiflis ferngeblieben. Anders als vorgesehen wohnte keine Delegation des Patriarchats dem Gottesdienst mit Franziskus bei. Vatikansprecher Greg Burke erklärte dazu, das Kirchenrecht der georgisch-orthodoxen Kirche verbiete den Bischöfen die Teilnahme an einer katholischen Feier. "Wir akzeptieren diese Entscheidung", sagte der Sprecher. Franziskus hält sich von Freitag bis Sonntag zu einem Besuch im mehrheitlich orthodoxen Georgien auf.

Medienberichten zufolge hatte der georgische Patriarch Ilia II. kurz vor Beginn der Papstvisite seinen Gläubigen ausdrücklich von einer Teilnahme an Veranstaltungen mit Franziskus abgeraten. Der Papst feierte seine Messe am Samstag in dem 27.000 Personen fassenden Micheil-Meschi-Stadion vor weithin leeren Rängen. Nach Schätzung von begleitenden Vatikan-Journalisten waren etwa 3.000 Menschen anwesend.

In Georgien leben nach vatikanischen Angaben 112.000 Katholiken, die meisten Angehörige katholischer Ostkirchen. Die ökumenischen Beziehungen zur georgisch-orthodoxen Kirche mit einem Bevölkerungsanteil von 84 Prozent gelten als schwierig.

Quelle:
KNA