Geistlicher fordert Verbrechen in Ukraine klar zu benennen

Lettischer Generalvikar spricht von Angst in der Bevölkerung

Der Generalvikar des Erzbistums Riga mahnt, es sei mit Blick auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine nicht alles getan worden, was hätte getan werden können. In Lettland hätten viele Menschen Angst wegen des russischen Kriegs.

Basilika in Aglona im Osten Lettlands (KNA)
Basilika in Aglona im Osten Lettlands / ( KNA )

Angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine hat der Generalvikar des Erzbistums Riga dazu aufgefordert, die Verbrechen deutlich zu benennen. "Wir dürfen nicht vergessen, wer wen angegriffen hat und wer der Okkupant ist", sagte Weihbischof Andris Kravalis am Dienstag beim Besuch einer Gruppe des deutschen Bonifatiuswerks in Riga. "Wir müssen begreifen, dass wir längst nicht alles getan haben, was hätte getan werden können."

In Lettland hätten viele Menschen Angst, so der Generalvikar. Das Land habe bittere Erfahrungen in der Sowjetzeit gemacht. Mittlerweile gebe es eine verbreitete Tendenz zur Wiedereinführung der Wehrpflicht. Laut Kravalis helfen die lettischen Kirchen ukrainischen Geflüchteten. Auch die Caritas sei beteiligt. Die staatlichen Strukturen stießen bereits an Grenzen.

Zusammenarbeit mit der Orthodoxie

Die katholische Kirche in Lettland stehe aktuell vor mehreren Herausforderungen. "Wir machen neue Erfahrungen mit der griechisch-katholischen Kirche", sagte Weihbischof Kravalis. Durch die ins Land kommenden Flüchtlinge stelle sich die Frage nach griechisch-katholischen Priestern. Die Zusammenarbeit mit der Orthodoxie sei "eine große Herausforderung".

Lettlands Parlament hatte kürzlich im Eilverfahren die völlige Loslösung der orthodoxen Kirche des Landes vom Moskauer Patriarchat beschlossen. Zuvor unterstand die lettische Kirche dem Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill I.

Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken unterstützt katholische Christen in extremen Minderheitensituationen. Das Hilfswerk fördert nach eigenen Angaben Projekte zur Bau-, Verkehrs- und Glaubenshilfe in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum.

Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken

Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken mit Sitz in Paderborn unterstützt Katholiken in einer Minderheitensituation, der sogenannten Diaspora, in Deutschland, Skandinavien und dem Baltikum. Das Wort Diaspora kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Zerstreuung".

Das Bonifatiuswerk wurde 1849 in Regensburg vom Katholischen Verein Deutschlands als "Missionsverein für Deutschland mit dem Namen Bonifatius-Verein" gegründet. Namensgeber ist der als Apostel der Deutschen geltende heilige Bonifatius (672/675-754).

 

Quelle:
KNA