Franziskus ruft zu interreligiösem Gebetstag auf

Für ein Ende der Corona-Pandemie

Papst Franziskus hat für diesen Donnerstag zu einem interreligiösen Gebetstag aufgerufen. Das Anliegen sei, für ein Ende der Corona-Pandemie zu beten. In Deutschland wollen sich mehrere Religionsgemeinschaften daran beteiligen.

Mann im Gebet / © Billion Photos (shutterstock)

Bei der aus dem Vatikan im Internet übertragenen Generalaudienz ohne Publikum forderte Franziskus am Mittwoch dazu auf, gemeinsam dafür zu beten, dass die Menschheit vor der Epidemie gerettet werde.

Das Gebet verbinde die Angehörigen aller Religionen und vermutlich auch diejenigen, die keinen Glauben hätten, sagte das Kirchenoberhaupt in der Bibliothek des Apostolischen Palastes.

Initiative der drei großen Religionen 

Der im August vergangenen Jahres gegründete "Ausschuss für menschliche Brüderlichkeit" der drei großen monotheistischen Religionen hatte vorgeschlagen, den 14. Mai zum Tag des Gebets, Fastens und Bittens für die Menschheit zu erklären. In Deutschland wollen sich mehrere Religionsgemeinschaften daran beteiligen.

Das Gremium entstand aus einer gemeinsamen Initiative von Papst Franziskus und dem Kairoer Groß-Imam Ahmad al-Tayyeb, der höchsten Autorität des sunnitischen Islams, nachdem beide ein Grundlagendokument über Brüderlichkeit und friedliches Zusammenleben unterzeichnet hatten.

Auch der Weltkirchenrat hatte seine Mitglieder zur Teilnahme an dem Gebetstag aufgerufen. Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) gehört als Vertreter von 350 protestantischen, anglikanischen und orthodoxen Kirchen dem Ausschuss an. 

Hilfswerk Missio veröffentlicht Gebet 

Ebenso ruft das Hilfswerk missio zur Beteiligung am interreligiösen Gebetstag des Papstes zur Corona-Pandemie auf. Das Internationale Missionswerk veröffentlichte dazu ein Gebet, das am Donnerstag um 19.30 Uhr mit Papst Franziskus und Großimam Ahmad al-Tayyeb, für Opfer der Corona-Pandemie sowie für die Helfenden gebetet werden kann, wie das Hilfswerk am Mittwoch in Aachen mitteilte. Das Gebet, das durch den durch den Aachener Arzt und Gründer von missio, Heinrich Hahn (1800-1882), inspiriert sei, könne online abgerufen werden.

In der Krise sei diese "christlich-muslimische Initiative ein wichtiges Zeichen interreligiöser Solidarität, um die Herausforderung gemeinsam zu bestehen", erklärte missio-Präsident Dirk Bingener. Die örtlichen Partner des Hilfswerks berichteten täglich davon, wie die Pandemie ihr Leben bedrohe. Gleichzeitig gebe es aber auch viel Solidarität, um gesundheitliche und soziale Folgen für die Schwächsten zu lindern. "Unser Gebet soll die Menschen in dieser Arbeit stärken", so Bingener

Quelle:
epd , KNA
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