Früherer Kölner Stadtdechant Westhoff mit 94 Jahren gestorben

"Lebenskluge und zurückhaltende Art"

Der langjährige Kölner Stadtdechant Johannes Westhoff ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Das Domkapitel würdigt sein seelsorgliches Wirken und seinen Einsatz für die Citypastoral. Von 1977 bis 2004 war Westhoff Stadtdechant in Köln.

Trauer um früheren Kölner Stadtdechanten Johannes Westhoff (Kölner Dom)
Trauer um früheren Kölner Stadtdechanten Johannes Westhoff / ( Kölner Dom )

Der Kölner Priester Prälat Dr. Johannes Westhoff ist am 18. März 2026 im Alter von 94 Jahren verstorben. Das teilte das Domkapitel mit, das zugleich dankbar auf sein langjähriges priesterliches Wirken zurückblickt.

Westhoff wurde am 14. September 1931 in Düsseldorf geboren. Geprägt von einem Jesuiten in der katholischen Jugendbewegung "Neues Deutschland" entschloss er sich früh zum Priesterberuf. Die Priesterweihe empfing er am 23. März 1958 in Innsbruck. Anschließend war er als Kaplan in St. Mauritius in Meerbusch-Büderich tätig.

Am 26. November 1960 wurde Westhoff an der Universität Innsbruck zum Doktor der Theologie promoviert. Ab 1967 wirkte er als Pfarrer an St. Marien in Köln-Kalk. Diese Zeit bezeichnete er später als "Höhepunkt seines Lebens". Dort habe er gelernt, auch einfachen Arbeitern komplexe Glaubensinhalte verständlich zu vermitteln – "so zu reduzieren, dass sie zugänglich werden, ohne banal zu sein", wie er rückblickend sagte.

Von 1977 bis 2004 Stadtdechant in Köln

Von 1977 bis 2004 war Westhoff Stadtdechant in Köln. In dieser Funktion prägte er das kirchliche Leben der Stadt maßgeblich. Unter seiner Verantwortung wurde unter anderem das DOMFORUM als Ort der Citypastoral eingerichtet. Bereits 1978 war er zum Kaplan Seiner Heiligkeit ernannt worden, ein Jahr später zum nichtresidierenden Kapitular am Kölner Dom, dem er bis 2006 angehörte.

In späteren Jahren wirkte Westhoff in den Kölner Innenstadtkirchen St. Maria im Kapitol und St. Maria in Lyskirchen. 1994 wurde er zum Ehrenprälaten Seiner Heiligkeit ernannt. 2006 trat er in den Ruhestand.

Das Domkapitel würdigt Westhoff insbesondere für sein Engagement als Stadtdechant sowie für seine lebenskluge und zurückhaltende Art, mit der er auch schwierige Situationen zu entspannen wusste. In seinen Predigten habe er es verstanden, große theologische Zusammenhänge in einfachen Worten zu vermitteln.

Kölner Domkapitel

Das Kölner Domkapitel hat zwei Wurzeln: Den an der Domkirche tätigen Klerus, der bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts ein gemeinsames Leben nach einer Chorherrenregel führte. Daneben gab es in Köln das "Prioren-Kollegium", das aus den Äbten und Prälaten in Köln ansässiger Klöster und Stifter bestand und Einfluss auf die Verwaltung des Erzbistums und die staatlichen Geschäfte des Erzbischofs nahm.

Rote Messgewänder in der Kölner Domsakristei (DR)
Rote Messgewänder in der Kölner Domsakristei / ( DR )
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