Frauenhilfsorganisation fordert mehr Elan gegen Armut

Für ein Leben in Würde

Die Gründerin der Frauenhilfsorganisation Solwodi, Lea Ackermann, fordert die Politik zu mehr Elan beim Kampf gegen Armut auf. In vielen Ländern gelinge es Frauen aus benachteiligten Schichten nicht, ein Leben in Würde zu führen.

Eine Frau bettelt / © Talukdar David (shutterstock)

Das beklagte Ackermann am Donnerstagabend in Bonn. Immer noch fehle es beispielsweise an Bildungsangeboten, damit Frauen dem "Kreislauf der Armut" entfliehen könnten.

Lea Ackermann / © Thomas Frey (dpa)
Lea Ackermann / © Thomas Frey ( dpa )

"So werden die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer", sagte Ackermann. Menschenhändler profitierten von der Not der Frauen, lockten sie nicht selten in andere Länder und beuteten sie dort als Prostituierte aus.

Rückkehr- und Reintegrationsprogramm

Solange dieses System funktioniere, brauche es weiter das mit Unterstützung des Entwicklungsministeriums gestartete Rückkehr- und Reintegrationsprogramm von Solwodi. Es hilft Frauen, die wieder in ihr Heimatland zurückkehren wollen, sich eine neue Existenz aufzubauen.

Eine Frau bettelt / © Nos SeaStar (shutterstock)

Zum 30-jährigen Bestehen des 1992 ins Leben gerufenen Programms zeigt das Frauenmuseum Bonn unter dem Titel "Rückkehr in Würde. Chancen für ein selbstbestimmtes Leben" bis zum 21. Oktober Arbeiten von 37 Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit dem Schicksal von Betroffenen auseinandergesetzt haben. Zu sehen sind unter anderem Werke von Sara Welponer (St. Ulrich/Südtirol), Betty Wirtz (Leipzig) und Gaby Kutz (Bad Münstereifel).

Im Katalog zur Ausstellung hebt Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) das zivilgesellschaftliche Engagement im Kampf gegen kriminelle Netzwerke hervor. Jedes Jahr würden tausende Frauen Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution in Deutschland und Europa.

Falsche Versprechungen

"Viele der Frauen verlassen ihre Heimat unter falschen Versprechungen und geraten so in Abhängigkeit und Ausbeutung. Der Weg zurück ist oft versperrt durch finanzielle Not, aber auch durch die Angst vor sozialer Stigmatisierung oder vor einer Rückkehr in die Chancenlosigkeit."

Verzweifelte junge Frau / © panitanphoto (shutterstock)
Verzweifelte junge Frau / © panitanphoto ( shutterstock )

Solwodi ist eine international tätige Menschenrechts- und Frauenhilfsorganisation mit Sitz in Koblenz. Sie wurde 1985 von der katholischen Ordensschwester und Frauenrechtlerin Lea Ackermann gegründet. Solwodi steht für Solidarity with Women in Distress (Solidarität mit Frauen in Not).

Solwodi

SOLWODI setzt sich für die Rechte von ausländischen Frauen in Deutschland ein, die Not und Gewalt erfahren haben, seien es Opfer von Menschenhandel, sexueller Ausbeutung und Prostitution, Zwangsheirat oder sonstiger Gewalt. Die betroffenen Frauen werden von erfahrenen Sozialarbeiterinnen begleitet. Sie bieten psychosoziale Betreuung, organisieren medizinische oder juristische Unterstützung, helfen bei der Wohnungs- und Arbeitssuche oder vermitteln Deutschkurse und berufsqualifizierende Maßnahmen.

Symbolbild Gewalt an Frauen / © Doidam 10 (shutterstock)
Symbolbild Gewalt an Frauen / © Doidam 10 ( shutterstock )
Quelle:
KNA