Mehr als 2.000 Frauen suchen Hilfe bei Solwodi

"Chance auf ein gutes Leben eröffnen"

Insgesamt 2.096 Frauen aus 110 Ländern haben sich im vergangenen Jahr erstmalig an die Frauenhilfsorganisation Solwodi gewandt und Unterstützung erhalten. Das geht aus dem nun vorgestellten Jahresbericht der Hilfsorganisation hervor.

Verzweifelte junge Frau / © panitanphoto (shutterstock)
Verzweifelte junge Frau / © panitanphoto ( shutterstock )

Die meisten dieser Frauen kamen aus Nigeria (194), Deutschland (163), Rumänien(127), Bulgarien (106), Afghanistan (96) und Syrien (91), wie der Jahresbericht ausweist.

Lea Ackermann / © Thomas Frey (dpa)
Lea Ackermann / © Thomas Frey ( dpa )

Besonders oft kontaktierten die Frauen die Beratungsstellen demnach wegen Asylfragen und Gewalt, wozu etwa Bedrohung, Misshandlung, sexualisierte Gewalt oder Vergewaltigung zählen.

Zugenommen hätten 2021 die Kontaktaufnahmen wegen häuslicher Gewalt, sagte die Solwodi-Vorsitzende Maria Decker. Besorgniserreichend angestiegen seien auch die Fälle von Zwangsheirat und sogenannter Ehrgewalt.

Schwerpunkt ist die Arbeit mit Müttern und ihren Kindern

Ein Schwerpunkt bildete dem Bericht zufolge die Arbeit mit Müttern und ihren Kindern. Vielen Frauen mit Gewalterfahrungen falle es schwer, ihren Kindern Zuwendung und Selbstvertrauen zu vermitteln.

Eine nepalesische Mutter mit Kind.  / © Klettermayer (privat)
Eine nepalesische Mutter mit Kind. / © Klettermayer ( privat )

Oft seien auch die Kinder durch schlimme Erlebnisse traumatisiert und benötigten spezielle Hilfe. Solwodi unterstütze diese Mütter und Kinder mit speziellen Programmen.

Ein weiterer Schwerpunkt bildete demnach die Arbeit mit minderjährigen und sehr jungen Frauen, die häufig Oper von Zwangsheirat, Menschenhandel oder Gewalt wurden. Ziel sei es, diesen Frauen eine "Chance auf ein gutes Leben" zu eröffnen.

Von Lea Ackermann gegründet

Solwodi ist eine international tätige Menschenrechts- und Frauenhilfsorganisation mit Sitz in Boppard. Sie wurde 1985 von der katholischen Ordensschwester und Frauenrechtlerin Lea Ackermann gegründet.

Solwodi berät und unterstützt Frauen und Kinder, die Opfer von Menschenhandel, Prostitution, Zwangsheirat oder häuslicher Gewalt geworden sind. In Deutschland hat die Organisation 19 Beratungsstellen und 7 Schutzeinrichtungen. Solwodi steht für Solidarity with Women in Distress (Solidarität mit Frauen in Not).

 

Solwodi

SOLWODI setzt sich für die Rechte von ausländischen Frauen in Deutschland ein, die Not und Gewalt erfahren haben, seien es Opfer von Menschenhandel, sexueller Ausbeutung und Prostitution, Zwangsheirat oder sonstiger Gewalt. Die betroffenen Frauen werden von erfahrenen Sozialarbeiterinnen begleitet. Sie bieten psychosoziale Betreuung, organisieren medizinische oder juristische Unterstützung, helfen bei der Wohnungs- und Arbeitssuche oder vermitteln Deutschkurse und berufsqualifizierende Maßnahmen.

Symbolbild Gewalt an Frauen / © Doidam 10 (shutterstock)
Symbolbild Gewalt an Frauen / © Doidam 10 ( shutterstock )

 

Quelle:
KNA