Frauengemeinschaft kritisiert Vatikan zu Woelki-Zahlungen

Sehr "spitzfindig"

"Absolut nicht nachvollziehbar". Mit diesen Worten kritisiert die Katholische Frauengemeinschaft die Auffassung des Vatikan, wonach die Zahlungen im Erzbistum Köln für Gutachter und Kommunikationsberater rechtens sind.

Rainer Maria Kardinal Woelki / © Rolf Vennenbernd (dpa)
Rainer Maria Kardinal Woelki / © Rolf Vennenbernd ( dpa )

Für die kfd im Erzbistum Köln sei die Nachricht aus Rom "absolut nicht nachvollziehbar", dass Woelki ohne die Konsultation von diözesanen Gremien 2,8 Millionen Euro für Experten ausgeben könne, heißt es in einer Presseerklärung.

Zahlungen aus Fonds

Der Erzbischof hatte im Zuge der Missbrauchsaufarbeitung die Kosten aus einem ihm zur Verfügung stehenden Fonds bestritten. In einem am Dienstag in Auszügen veröffentlichten Schreiben betont der Präfekt der römischen Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, bei dem Fonds handele es sich nicht um Bistumsvermögen.

Kardinal Marc Ouellet PSS / © Romano Siciliani (KNA)
Kardinal Marc Ouellet PSS / © Romano Siciliani ( KNA )

Daher könne Woelki über diese Finanzmittel frei verfügen; diözesane Gremien seien nicht einzubeziehen. Er reagierte damit auf den Verdacht, dass der Kardinal bei den Ausgaben den Vermögensrat und das Domkapitel nicht entsprechend den Regeln des Kirchenrechts einbezogen habe.

Differenzierung sei "spitzfindig"

Die Differenzierung zwischen Diözesan- und Sondervermögen sei "spitzfindig", so der Frauenverband. Wenn es nach dem Kirchenrecht rechtmäßig sei, dass ein Diözesanbischof über solche Vermögen frei verfügen könne, stimme etwas nicht.

"Nein, Kardinal Woelki, das sind keine guten Nachrichten aus Rom. Es wird auch keine Ruhe einkehren in unserem Erzbistum", betonte die kfd.

Woelki spricht von "guter Nachricht"

Der Erzbischof hatte das Schreiben des Präfekten als "gute Nachricht" bewertet und die Hoffnung bekundet, dass dies "ein wenig zur Beruhigung" im Erzbistum beitrage.

Die kfd im Erzbistum Köln zählt nach eigenen Angaben rund 43.000 Mitglieder. Damit sei die Gemeinschaft der größte Verband in der Erzdiözese.

Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd)

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit rund 450.000 Mitgliedern der größte katholische Frauenverband und einer der größten Frauenverbände Deutschlands. Wir setzen uns für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein.

Für die kfd ist das gemeinsame Handeln und Beten in ökumenischer Gemeinschaft wichtig. Wir beziehen dabei alle christlichen Konfessionen ein. Im Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung suchen wir den Dialog mit Frauen anderer Religionen und Kulturen.

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Quelle:
KNA