Die Filmwissenschaftlerin Lea Wohl von Haselberg aus der Ökumenischen Jury der Berlinale hält das Bildungsangebot an Filmen zu jüdischen Themen für Kinder und Jugendliche für zu eingeschränkt. "Ich würde mir wünschen, dass es hier mehr Angebote gäbe", sagte die Professorin für Jüdischen Film an der Filmuniversität Babelsberg in einem am Samstag veröffentlichten Interview dem Kinoportal filmdienst.de. Wohl von Haselberg ist auch Programmdirektorin des Jüdischen Filmfestivals Berlin-Brandenburg.
Der Expertin schweben Materialien und Filme vor, "die kindgerecht sowie klug und komplex sind". Wichtig sei, dass die Filme auch in der Gegenwart bestehen könnten. Es gebe einen Bedarf von Lehrern, sich sicherer im Umgang mit dem Nahost-Konflikt und möglicherweise auch mit jüdischen Themen zu fühlen, so Wohl von Haselberg. Filmbildung könne für die Pädagogen ein Teil des Angebots sein. Etwas gegen Antisemitismus zu tun, sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, betonte die Filmwissenschaftlerin.
Die Ökumenische Jury der evangelischen und der katholischen Kirche vergibt seit mehr als drei Jahrzehnten bei der Berlinale Preise für Filme, deren Geschichte mit dem Evangelium in Einklang steht, oder die das Publikum für spirituelle, menschliche und soziale Werte sensibilisieren.