Mainzer "Obermessdiener" sieht Karneval als Mutmacher

Fastnacht soll Frohsinn stiften

​Die Fastnacht soll nach Worten des Mainzer "Obermessdieners" Andreas Schmitt gerade im Corona-Jahr Mut machen. In dieser Session werde vielen bewusst, dass die Selbstverständlichkeiten der vergangenen Jahre ein "Geschenk Gottes" waren.

Andreas Schmitt, Sitzungspräsident und Obermessdiener bei "Mainz bleibt Mainz" / © Andreas Arnold (dpa)
Andreas Schmitt, Sitzungspräsident und Obermessdiener bei "Mainz bleibt Mainz" / © Andreas Arnold ( dpa )

"Die Hauptsache ist, wir können ein bisschen Frohsinn nach außen zu den Leuten an den Fernsehgeräten transportieren, Hoffnung machen und glaubhaft versichern, dass im nächsten Jahr alles wieder anders wird", sagte der Sitzungspräsident der Fernsehsendung "Mainz bleibt Mainz" der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die ARD zeigt die traditionelle Karnevalssendung am Freitag um 20.15 Uhr, wegen Corona voraufgezeichnet ohne Publikum im Saal.

Schmitt tritt seit Jahren als Obermessdiener in der Bütt auf. In diesem Jahr fallen die meisten Auftritte aufgrund der Pandemie allerdings weg. Was bleibt, sind Veranstaltungen im Fernsehen oder online. "Der direkte Kontakt zum Publikum, das ist eigentlich der Zauber der Fassenacht", sagte Schmitt. "Im Saal den Beitrag zu zelebrieren, das ist ganz anders als über Internet für ein schweigendes Publikum auf der anderen Seite vom Netz. Aber zur Zeit halt die einzige Möglichkeit."

Nächste Session "eine der schönsten in der Geschichte der Fassenacht"

Doch trotz Sondersituation ist Schmitt, der im Bischöflichen Ordinariat Mainz arbeitet, optimistisch: "Viele werden jetzt einmal merken, dass alles das, was wir die vergangenen Jahre für selbstverständlich gehalten haben doch ein großes Geschenk Gottes war", so der Obermessdiener. Er rechne damit, dass die Wertschätzung für kleine Annehmlichkeiten "immens steigen" werde.

In Mainz gelte zudem als Grundregel: "Solange der Dom noch steht und die Fassenacht da ist, da geht die Welt noch nicht unter", sagte Schmitt. Und freut sich schon auf die nächste normale Karnevalssaison, die sicher "eine der schönsten in der Geschichte der Fassenacht" werde.

Themen gibt es auch in diesem Jahr genug: "Trump ist weg und wir haben viele Sachen zu diskutieren und auch zu filtrieren. Sei es der neue Rechtsradikalismus in Deutschland, sei es die schleppende Aufnahme der Impftätigkeit, sei es der Umgang mit der Pandemie, die Bundestagswahl", so Schmitt.

Quelle:
KNA
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