Das sagte sie in einem Interview mit der Zeitschrift Publik-Forum (aktuelle Ausgabe). Erst im Grundschulalter begriffen Kinder die Endgültigkeit des Todes immer mehr und erlebten den Karfreitag intensiver. "Gleichzeitig haben sie große Sehnsucht nach Vertrauen und Hoffnung und können das Osterereignis neu begreifen", so Freudenberger-Lötz.
Sie empfiehlt, Fragen der Kinder ernst zu nehmen und gemeinsam mit ihnen Antworten zu entwickeln. "Kinder sollen sich ihr eigenes Urteil bilden können", sagt die Expertin für Kindertheologie. Wo Eltern selbst keine Antwort wüssten, sollten sie das offen kommunizieren.
Wenn Fragen offen blieben, lernten Kinder, dass es schwierige Fragen ohne einfache Antworten gibt. "Oft finden wir später eine Antwort, wenn wir dranbleiben. Das schafft Vertrauen", ergänzt sie.
Kinder signalisieren, was sie interessiert
Wenn ein Kind etwa frage, wie die Nägel am Kreuz in Jesu Hände gekommen seien, ist es nach Freudenberger-Lötz auch bereit, die Antwort aufzunehmen. Bezugspersonen müssten keine Angst haben, Kinder mit der Brutalität des Geschehens zu überfordern, wenn sie selbst danach fragen.
Freudenberger-Lötz rät dazu, Kinder in den Karfreitagsgottesdienst mitzunehmen und sie hinterher zu fragen, wie sie den Gottesdienst erlebt haben. Manche hörten gar nicht richtig hin: "Kinder nehmen nur das auf, was in ihnen Resonanz erzeugt", erklärt sie und empfiehlt, daran anzuknüpfen.