"Es ist immer schon eine große Versuchung gewesen, dass, wenn Menschen Angst haben, diese sich an einfache Parolen klammern", so der Ruhrbischof laut vorab verbreitetem Redemanuskript. "So wird halt bekannterweise behauptet: Wir müssen uns nur abschotten und die eigenen Interessen an die erste Stelle setzen, dann würden die Schwierigkeiten schon schwinden. Solche Vereinfachungen bieten keine nachhaltigen und gerechten Lösungen. Sie verstellen den Blick auf die vielschichtigen Ursachen der Krisen."
Kirche soll Brücken bauen
Aufgabe der Kirche ist es dagegen laut Overbeck, Brücken zu bauen. "Christsein bedeutet, auf Ausgleich und Versöhnung zu setzen, Menschen in all ihrer Vielfalt miteinander zu verbinden und die Freiheit und die Demokratie zu stärken, die von Ausgewogenheit der Interessen und vom Kompromiss lebt."
Auch innerkirchlich mahnte der Bischof einen respektvollen Umgang an. Polarisierung, Ausgrenzung und gegenseitige Diffamierungen widersprächen dem katholischen Anspruch. "Wir brauchen die Bereitschaft zum gegenseitigen Verstehen, zum geduldigen Zuhören und Ringen, zur Suche nach Verständigung und Kompromiss."