Syrische Kirchenvertreter kritisieren Embargo-Politik

Es fehlt an allem

Knapp zehn Jahre nach Ausbruch des Syrienkrieges haben lokale Kirchenvertreter die anhaltenden Sanktionen des Westens kritisiert. Diese hätten ihr eigentliches Ziel verfehlt, nämlich das Assad-Regime zu schwächen.

Berge von Steinen liegen zwischen den Ruinen zerbombter Häuser am 16. Dezember 2018 in Aleppo (Syrien). / © Jean-Matthieu Gautier (KNA)
Berge von Steinen liegen zwischen den Ruinen zerbombter Häuser am 16. Dezember 2018 in Aleppo (Syrien). / © Jean-Matthieu Gautier ( KNA )

Das erklärte der griechisch-katholische Erzbischof von Aleppo, Jean-Clement Jeanbart, gegenüber dem päpstlichen Hilfswerk "Kirche in Not" laut einer am Montag in München verbreiteten Mitteilung. Umso härter träfen die Handels- und Devisenbeschränkungen die Zivilbevölkerung.

Mehr "Leid und Elend"

"Die Menschen haben nicht mehr genug Nahrung, Strom, Gas oder Heizöl", so der Erzbischof. Die Embargo-Politik habe keine andere Folge, "als die Menschen weiter in Leid und Elend zu stürzen". Eine im Grenzgebiet zum Libanon tätige Ordensschwester berichtete, einige Menschen seien bereits verhungert. "Alles wird immer teurer. Es ist schwer zu überleben", sagte Schwester Lucia Ferreira, die in Qarah lebt.

Der Erzbischof von Aleppo forderte die westlichen Regierungen zu Verhandlungen mit dem syrischen Präsidenten auf: "Es muss einen fairen Dialog geben. Der Westen kann Druck in der Weise ausüben, dass sich die Regierung bereit erklärt, einen Weg zum Frieden einzuschlagen und manche ihrer Verhaltensweisen aufzugeben."

Quelle:
KNA