Südwind kritisiert fehlenden Einsatz gegen Zwangsarbeit in China

Es brauche politische Interventionen

Das Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene hat fehlende Anstrengungen zur Beendigung von Zwangsarbeit in der Autonomen Region Xinjiang in China kritisiert. Zudem sprach sich das Insitutut für starke Lieferkettengesetze aus.

Demonstration mit uigurischen Flaggen für eine Verbesserung der Situation der Uiguren / © Kay Nietfeld (dpa)
Demonstration mit uigurischen Flaggen für eine Verbesserung der Situation der Uiguren / © Kay Nietfeld ( dpa )

Weder deutsche oder europäische Unternehmen noch die Bundesregierung oder die EU hätten im vergangenen Jahr in ausreichender Weise gehandelt, heißt es in einer am Donnerstag in Bonn veröffentlichten Mitteilung.

Ausbeutung von Uiguren

Zu Beginn des Jahres 2020 hatte eine australische Untersuchung belegt, dass insbesondere Uiguren in Xinjiang zur Arbeit für Produkte internationaler Wertschöpfungsketten gezwungen werden.

Im Anhang listete die Studie Unternehmen aus der Elektronik- und Automobilbranche, Sportschuhmarken und viele Textilunternehmen auf, die in Xinjiang oder anderen Teilen Chinas produzieren lassen. Diese Produkte werden auch für Unternehmen wie VW, Nike, Adidas oder Hugo Boss hergestellt.

Forderung nach Lieferkettengesetzen

In starken Lieferkettengesetzen in Deutschland und auf europäischer Ebene sieht Südwind wichtige Instrumente, um Bewusstsein und Verantwortungsübernahme für die Vermeidung von Zwangsarbeit in der Lieferkette von Unternehmen und den Zugang zu Recht für Betroffene zu fördern.

Ergänzt werden müssten diese Gesetze durch politische Interventionen, die über die jüngst verhängten Sanktionen der EU gegen China hinausreichten, und durch freiwillige Maßnahmen von Unternehmen und Brancheninitiativen.

Quelle:
KNA