Erzbistum New York bietet 800-Millionen-Missbrauchsentschädigung an

Vor historischem Vergleich

Das Erzbistum New York möchte mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs einen umfassenden Vergleich schließen. Damit soll ein jahrelanger Rechtsstreit beigelegt werden. Sowohl die Kläger als auch der Erzbischof zeigen sich zufrieden.

Verdachtsmeldungen / © Pixel-Shot (shutterstock)

Nach langen Verhandlungen ist im Erzbistum New York offenbar eine Einigung in Sachen Missbrauchsentschädigung in greifbare Nähe gerückt. Wie US-Medien am Wochenende berichteten, bot die Erzdiözese rund 1.300 Betroffenen einen Vergleich in Höhe von insgesamt 800 Millionen US-Dollar (rund 680 Millionen Euro) zur Beilegung zivilrechtlicher Klagen an. Kläger-Anwalt Jeff Anderson forderte seine Mandanten auf, das Angebot anzunehmen. Er sprach von einem "Triumph des Mutes" - auch wenn das Ergebnis mit Blick auf die Kirche immer noch "weit entfernt von vollständiger Rechenschaftspflicht" sei.

Der Vergleich sieht den Angaben zufolge überdies vor, dass die Erzdiözese eine Namensliste glaubhaft des Missbrauchs beschuldigter Geistlicher im Internet veröffentlichen und ständig aktualisieren muss. Der seit Februar amtierende neue New Yorker Erzbischof Ronald Hicks bestätigte zwar keine Details, äußerte sich in einer Erklärung aber "vorsichtig optimistisch", dass bald eine umfassende Einigung erzielt werden kann.

Bereits vor einigen Monaten war bekannt geworden, dass die Kirche mehrere wertvolle Immobilien in Manhattan verkaufen musste, um das für einen Vergleich benötigte Geld aufzubringen. Zudem kürzte das Erzbistum sein laufendes Budget und baute Personal ab. Der sexuelle Missbrauch habe "Schande über unsere Kirche gebracht", erklärte dazu der New Yorker Kardinal Timothy Dolan in einem Schreiben. Darin bat er "um Vergebung für das Versagen derjenigen, die das Vertrauen in sie verraten haben, indem sie nicht für die Sicherheit unserer Jugend gesorgt haben".

Quelle:
KNA