Erzbistum München baut ehemaliges Kloster für Vermietung um

"Ort für zeitgemäße Arbeitswelten"

Nur wenige Diözesen in Deutschland haben mehr Geld als das Erzbistum München und Freising. Doch auch an der Isar hält man Ausschau nach neuen Einnahmequellen. Eine Immobilie in Toplage wird zur Vermietung vorbereitet.

Panoramablick über München / © Travel Faery (shutterstock)
Panoramablick über München / © Travel Faery ( shutterstock )

Angesichts des sinkenden Kirchensteueraufkommens will das Erzbistum München und Freising zusätzliche Einnahmen generieren. Laut einer Mitteilung vom Montag soll ein zuletzt von der Bistumsverwaltung genutztes Gebäude mit sechs Stockwerken in der Münchner Innenstadt saniert und bis Mitte 2028 vermietet werden.

Die Immobilie an der Rochusstraße steht unter Denkmalschutz, verfügt über mehr als 7.300 Quadratmeter Fläche und 25 Stellplätze. Der Bau steht leer und wurde bereits teilweise entkernt. Herzstück des Ensembles mit seinen hohen Gewölbedecken ist ein grüner Innenhof.

Einst Zuhause von Ordensfrauen

An dem Standort befand sich ein Karmelitinnen-Kloster aus dem Jahr 1711. 1877 wurde – das Kloster war Jahrzehnte zuvor aufgehoben worden – ein Großteil der Gebäude abgerissen und an deren Stelle ein Mietshaus errichtet. Nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg nahm der Wiederaufbau Maß am einstigen Kloster.

Die angrenzende spätbarocke Dreifaltigkeitskirche wird im Zuge der Umnutzung abgetrennt. Mit der Objektplanung sei ein renommiertes Architekturbüro beauftragt worden, hieß es. Bei der Generalsanierung sollen hohe Umweltstandards erfüllt werden. Der Projektentwickler hat nach eigenen Angaben das Ziel, "einen Ort zu schaffen, der zeitgemäße Arbeitswelten ermöglicht und gleichzeitig die Geschichte des Gebäudes und seiner Umgebung würdigt".

Verwaltung rückt zusammen

Das Hauptverwaltungsgebäude des Erzbistums befindet sich seit 2016 nur wenige hundert Meter entfernt an der Kapellenstraße. Vorher waren die Dienststellen mit ihren rund 800 Beschäftigten auf neun Standorte verteilt. Inzwischen sind es nur noch fünf.

Erzbistum München und Freising

Um das Jahr 724 kam der Heilige Korbinian aus Arpajon bei Paris als Wanderbischof nach Freising und predigte in Altbayern den christlichen Glauben. Er ist der geistliche Vater des Bistums Freising und des Erzbistums München und Freising. 739 wurde das Bistum Freising errichtet und entwickelte sich in der Folge zum kulturellen Zentrums Altbayerns. 

Türme des Liebfrauendoms in München / © FooTToo (shutterstock)
Türme des Liebfrauendoms in München / © FooTToo ( shutterstock )
Quelle:
KNA