Erzbistum Krakau startet Kollekte für Kiew gegen die Kälte

"Wir können nicht gleichgültig bleiben"

Russische Raketen und Drohnen haben die Wärme- und Stromversorgung in Teilen von Kiew lahmgelegt. Der polnische Kardinal Grzegorz Ryś will mit Spenden notleidenden Menschen in der ukrainischen Hauptstadt helfen.

Marienbasilika in Krakau, Polen / © Sopotnicki (shutterstock)
Marienbasilika in Krakau, Polen / © Sopotnicki ( shutterstock )

Der neue Krakauer Erzbischof, Kardinal Grzegorz Ryś, ruft angesichts der massiven Strom- und Heizungsausfälle in Kiew zu Spenden für die von Russland mit Raketen und Drohnen angegriffene ukrainische Hauptstadt auf.

Kardinal Grzegorz Rys / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Kardinal Grzegorz Rys / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

In seinem polnischen Erzbistum werde die gesamte Kollekte vom nächsten Sonntag für die Hilfe für Kiew verwendet, kündigte Ryś an. Er selbst werde den ersten Notstrom-Generator aus eigener Tasche bezahlen.

Hilferuf des Oberhaupts der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche

"Wir können nicht gleichgültig bleiben", erklärte der Kardinal auf der Internetseite des Erzbistums Krakau. Es gehe um Menschenleben. Die in Kiew benötigten Geräte wie Stromgeneratoren und mobile Heizstationen seien nicht günstig, fügte er hinzu. Ryś bat auch um Spenden auf ein Caritas-Konto. Er reagiert damit nach eigenen Worten auf einen Hilferuf des Oberhaupts der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, Kiews Großerzbischof Swajtoslaw Schewtschuk.

Swjatoslaw Schewtschuk, Erzbischof von Kiew (Ukraine) und Großerzbischof von Kiew-Halytsch der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Swjatoslaw Schewtschuk, Erzbischof von Kiew (Ukraine) und Großerzbischof von Kiew-Halytsch der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )

Die russischen Streitkräfte hatten zuletzt wiederholt die Energieinfrastruktur der Ukraine beschossen und zu einem Großteil zerstört, so dass Millionen Ukrainer bei eisiger Kälte von der Strom- und Wärmeversorgung abgeschnitten waren. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte am Montag mit, 1.200 Wohnblöcke in Kiew seien weiter ohne Heizung. 

"Die Lage ist äußerst schwierig", schrieb er auf Telegram. In Polen ist die Spendenbereitschaft für die Ukraine aktuell groß. Seit Mitte Januar sammelte allein die private Initiative "Wärme aus Polen für Kiew" nach eigenen Angaben umgerechnet knapp 1,5 Millionen Euro.

Quelle:
KNA