Erzbistum Bamberg räumt nach Missbrauchsvorwürfen Fehler ein

Erzbischof Schick bittet um Vergebung

Das Erzbistum Bamberg hat schon deutlich früher als bisher angegeben von Missbrauchsvorwürfen gegen einen mittlerweile verstorbenen Priester gewusst. Diese seien bereits im Jahr 1963 aktenkundig gewesen, teilte das Erzbistum mit.

Bamberger Dom / © Andreas Zerndl (shutterstock)

Kommende Woche wolle man sich ausführlich zu dem Fall äußern. Erzbischof Ludwig Schick bat alle Betroffenen um Vergebung, weil ihnen Schlimmes geschehen sei. Er räume ein Versagen der Bistumsleitung ein, heißt es weiter. Auch dafür bitte er um Vergebung, so Schick.

Aufruf des Erzbistums

Am Mittwoch hatte das Erzbistum dazu aufgerufen, dass sich mögliche Betroffene des Priesters melden, der 25 Jahre lang in einer Gemeinde im Frankenwald tätig war. In der Mitteilung hieß es, 2006 habe es erste Vorwürfe gegen den Geistlichen gegeben.

Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg, im Gebet / © Harald Oppitz (KNA)
Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg, im Gebet / © Harald Oppitz ( KNA )

Damals sei er bereits verstorben gewesen. In der Folge habe die Erzdiözese Anerkennungsleistungen und Therapiekosten gezahlt. Derzeit seien insgesamt fünf Betroffene in Nürnberg und in dem Ort im Frankenwald aktenkundig, sagte ein Sprecher des Erzbistums am Freitag auf Anfrage. Nach dem Aufruf vom Mittwoch habe sich eine weitere Person gemeldet.

Erzbistum Bamberg

Blick auf den Bamberger Dom / © Chris Redan (shutterstock)
Blick auf den Bamberger Dom / © Chris Redan ( shutterstock )

Das Bistum Bamberg wurde auf die Initiative von König Heinrich II. hin bei der Reichssynode in Frankfurt gegründet. Erster Bischof von Bamberg war Eberhard I., der dieses Amt von 1007 bis 1040 innehatte. Mit dem Bistum Bamberg ins Leben gerufen wurde das Domkapitel, das den heiligen Georg als Patron wählte.

Beim 4. Laterankonzil 1215 erlangte das Domkapitel das alleinige Bischofswahlrecht und beanspruchte die Mitregierung des Hochstifts und der Diözese.

Quelle:
KNA