US-Bischof Baron warnt vor Debatten über die Kirchenlehre

Kritik am Konzept der Synodalität

Aktuell kommen mehr als 200 Kardinäle im Vatikan zu einem Konsistorium zusammen. Ein mögliches Thema ist die Synodalität. Der US-amerikanische Bischof Robert Barron übt nun Kritik an diesem Konzept – und am deutschen Synodalen Weg.

Bischof Robert Barron (m.) im Jahr 2018 / © Paul Haring/CNS photo (KNA)
Bischof Robert Barron (m.) im Jahr 2018 / © Paul Haring/CNS photo ( KNA )

Der in den USA weithin bekannte und medienaffine Bischof Robert Barron hat das Konzept der Synodalität kritisch bewertet. Synoden seien zwar "gute und nützliche Instrumente zur Festlegung praktischer pastoraler Strategien", sollten jedoch keine Foren für Debatten über die kirchliche Lehre sein, schrieb Barron am Dienstag in den sozialen Medien.

Kritik übte er unter anderem am Reformprojekt der katholischen Kirche in Deutschland, dem Synodalen Weg. Wenn die feststehende Kirchenlehre zum Gegenstand synodaler Entscheidungen werde, drohten Relativismus und Selbstzweifel, so der Bischof von Winona-Rochester im US-Bundesstaat Minnesota. Dies sei beim "fehlgeleiteten Synodalen Weg in Deutschland" deutlich zu beobachten.

Kardinäle beraten im Vatikan

Hintergrund der Äußerungen sind Beratungen von mehr als 200 Kardinälen aus aller Welt, die am Mittwoch und Donnerstag mit Papst Leo XIV. zusammenkommen. Medienberichten zufolge könnte dabei auch die Synodalität eine Rolle spielen. Barron nahm selbst 2023 und 2024 an zwei Sitzungsperioden der Weltsynode zur Synodalität in Rom teil.

 © Gregorio Borgia (dpa)
© Gregorio Borgia ( dpa )

Zur Untermauerung seiner Argumentation verwies Barron auf die Theologen Joseph Ratzinger, Hans Urs von Balthasar und Henri de Lubac. Diese hatten sich nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) von der theologischen Fachzeitschrift "Concilium" getrennt und ihre eigene gegründet - "Communio". Laut Barron hatten die Theologen erklärt, man atme am Ende eines Konzils auf, weil die Kirche danach zu ihrer eigentlichen Arbeit zurückkehren könne.

Während eines Konzils hingegen befinde sich die Kirche in einem Zustand der Schwebe, sei ihrer selbst unsicher und ringe um Orientierung, so Barron.

Umsetzung der Weltsynode bis 2028

Die von Papst Franziskus begonnene Weltsynode der katholischen Kirche für mehr aktive Teilhabe der Gläubigen war mit einer Versammlung in Rom und mit einem Abschlussdokuments am 26. Oktober 2024 zu Ende gegangen. Die Umsetzungsphase soll nun in fünf Phasen ablaufen.

Synodenaula während der Weltsynode / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Synodenaula während der Weltsynode / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA