Erzbischof Schick kritisiert Trump-Entscheidung

"Jerusalem ist international"

Bambergs Erzbischof Ludwig Schick ist gegen eine Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem. Die Stadt sei international und könne von niemandem als Hauptstadt "vereinnahmt" werden, sagte Schick am Wochenende in Bamberg.

Trump erkennt Jerusalem als Israels Hauptstadt an  / © Sebastian Scheiner (dpa)
Trump erkennt Jerusalem als Israels Hauptstadt an / © Sebastian Scheiner ( dpa )

Bambergs Erzbischof Ludwig Schick hat die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zu einer Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem scharf kritisiert. Das Vorhaben sei mit der "Entscheidung der internationalen Gemeinschaft, den 'Status quo' von Jerusalem zu bewahren, nicht vereinbar", sagte Schick im Interview des "Fränkischen Tags" (Samstag).

Jerusalem sei international und könne von niemandem als Hauptstadt "vereinnahmt" werden. Trumps Ankündigung könne schwelende Konflikte in "kriegerische Auseinandersetzungen" verwandeln. Sie gieße Öl ins Feuer. Schick sagte, er hoffe, dass die umliegenden Staaten und die Vereinten Nationen die Lage beruhigten.

Ökumene ist im Heiligen Land kein Fremdwort

Insgesamt gewähre Israel "ein hohes Maß" an Religionsfreiheit. "Aber es gibt auch Probleme, die weniger vom Staat als von national-religiös motivierten Gruppen verursacht werden", sagte Schick. Diese Gruppen beleidigten öffentlich christliche Palästinenser im Land und übten vermehrt Gewalt gegen Christen, Kirchen und Einrichtungen aus. Der Erzbischof ermutigte dazu, als Pilger das Heilige Land zu besuchen und sich ein eigenes Bild der Lage zu machen.

Die Ökumene sei im Heiligen Land kein Fremdwort. "Tatsächlich gibt es historische Spannungen, die nur langsam und schrittweise überwunden werden können." Es gebe aber auch ein «echtes Bemühen» von Kirchen und christlichen Gemeinschaften, einander näher zu kommen.

Erzbischof Ludwig Schick, Vorsitzender der Kommission Weltkirche / © Harald Oppitz (KNA)
Erzbischof Ludwig Schick, Vorsitzender der Kommission Weltkirche / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA