Ermittler kündigt Abschlussbericht im Fall Dillinger an

"Haben eine Menge herausbekommen"

Der Abschlussbericht der beiden Sonderermittler zu den Missbrauchsvorwürfen gegen den Priester Edmund Dillinger aus dem Bistum Trier steht vor der Fertigstellung. Er soll am 7. Mai vorgestellt werden, so die Ankündigung.

Alte Aktenordner im Regal eines Bistumsarchivs / © Julia Steinbrecht (KNA)
Alte Aktenordner im Regal eines Bistumsarchivs / © Julia Steinbrecht ( KNA )

Entsprechend äußerte sich der Vorsitzende der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Bistum Trier (UKA), Gerhard Robbers, am Freitag.

Der 2022 gestorbene Priester steht im Verdacht, jahrzehntelang Jugendliche und junge Erwachsene nackt fotografiert und missbraucht zu haben. In seinem Haus wurden nach seinem Tod Fotos und Unterlagen gefunden, die diesen Verdacht nahelegen.

"Das bewegte Leben Dillingers"

Der ehemalige Koblenzer Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer und der frühere stellvertretende Leiter der Staatsanwaltschaft Trier, Ingo Hromada, untersuchen den Missbrauchskomplex - im Auftrag der UKA.

Ingo Hromada, Ermittler im Missbrauchsfall Dillinger, am 11. Mai 2023 in Trier. / © Anna Fries (KNA)
Ingo Hromada, Ermittler im Missbrauchsfall Dillinger, am 11. Mai 2023 in Trier. / © Anna Fries ( KNA )

Ihren Abschlussbericht werden sie am 7. Mai im Rahmen einer Pressekonferenz in Trier veröffentlichen. Im März sagte Brauer der Zeitung "Trierischer Volksfreund": "Wir haben eine Menge über das bewegte Leben Dillingers herausbekommen."

Vorwürfe schwierig zu belegen

Mitte Dezember 2023 hatten die Sonderermittler noch ein ernüchterndes Zwischenfazit gezogen: "Gelingt es nicht, die an verschiedenen Stellen vorliegenden Erkenntnisse zusammenzuführen, besteht die Gefahr, dass die Aufarbeitung insgesamt Stückwerk bleibt." Das Bistum verteidigte sich damals zugleich gegen neue Vorwürfe, im Jahr 2012 Hinweise auf Taten Dillingers ignoriert zu haben.

Aufarbeitungskommission stellt ersten Zwischenbericht zum Fall Dillinger vor / © Harald Tittel (dpa)
Aufarbeitungskommission stellt ersten Zwischenbericht zum Fall Dillinger vor / © Harald Tittel ( dpa )

Am 20. September 2023 war der erste Zwischenbericht der Sonderermittler veröffentlicht worden. Daraus ging hervor, dass es schwierig ist, Vorwürfe gegen Dillinger zu belegen, der Priester in mehreren Kirchengemeinden im Saarland und in Rheinland-Pfalz war. In Dillingers Besitz wurden nach seinem Tod tausende Fotos gefunden - darunter laut Staatsanwaltschaft Mainz zehn strafrechtlich relevante jugendpornografische Aufnahmen und zwölf Fotos im Grenzbereich zu Jugendpornografie.

Kommission zur Missbrauchsaufarbeitung im Bistum Trier

Die "Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs im Verantwortungsbereich des Bistums Trier" (UAK) hat sieben Mitglieder. Dem Gremium gehören Missbrauchsbetroffene wie auch Fachleute aus verschiedenen Berufen an. Die Kommission wurde durch den Trierer Bischof Stephan Ackermann im Juni 2021 berufen. Vorsitzender und Sprecher des Gremiums ist der frühere rheinland-pfälzische Justizminister Gerhard Robbers (SPD).

Blick über den Innenhof auf den Trierer Dom Sankt Petrus (l.) und den Domkreuzgang / © Julia Steinbrecht (KNA)
Blick über den Innenhof auf den Trierer Dom Sankt Petrus (l.) und den Domkreuzgang / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
KNA