Rörig sieht in Marx wichtige Figur für Missbrauchsaufarbeitung

"Eine starke Kraft"

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, begrüßt es, dass Reinhard Kardinal Marx weiter im Amt bleibe. Marx sei  "eine starke Kraft, um unabhängige Aufarbeitung in der katholischen Kirche umzusetzen". 

Reinhard Kardinal Marx / © Robert Kiderle (KNA)
Reinhard Kardinal Marx / © Robert Kiderle ( KNA )

Es sei wichtig, dass sich Marx in seiner Funktion als Erzbischof von München und Freising weiter für Reformen einsetze, sagte der Missbrauchsbeauftragte Johannes-Wilhelm Rörig am Freitagabend im Deutschlandfunk. Zudem müsse sich der Kardinal mit möglichen Pflichtverletzungen aus der Vergangenheit auseinandersetzen.

Auch Marx wird Fehlverhalten vorgeworfen  Marx hatte dem Papst in einem Brief seinen Rücktritt angeboten. Darin schrieb der Münchner Erzbischof: "Im Kern geht es für mich darum, Mitverantwortung zu tragen für die Katastrophe des sexuellen Missbrauchs durch Amtsträger der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten." Auch Kardinal Marx wird in seiner Zeit als Bischof von Trier Fehlverhalten im Umgang mit möglichen Missbrauchsfällen vorgeworfen.

"Mach weiter, so wie Du es vorschlägst!" Papst Franziskus forderte nun Marx auf, weiter im Amt zu bleiben. "Das ist meine Antwort, lieber Bruder. Mach weiter, so wie Du es vorschlägst, aber als Erzbischof von München und Freising", schreibt der Papst in einem dreiseitigen Brief an Marx, den der Vatikan am Donnerstag veröffentlichte.

Johannes-Wilhelm Rörig / © Gregor Fischer (dpa)
Johannes-Wilhelm Rörig / © Gregor Fischer ( dpa )
Quelle:
KNA
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